Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus)

Die Fruchtkörper der Gemeinen Stinkmorchel findet man in Laub- oder Mischwäldern

Name

Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus)

Familie

Phallaceae

Merkmale

Die Gemeine Stinkmorchel entwickelt sich zunächst als eiförmige, weißliche bis bräunliche Knolle, das sogenannte Hexenei, das im Boden oder an der Oberfläche liegt. Aus diesem Hexenei streckt sich der fertige Fruchtkörper innerhalb weniger Stunden auf eine Höhe von bis zu 20 cm. Der Stiel ist weiß, hohl und schwammartig-porös. Der Hut ist glockenförmig, netzartig strukturiert und mit einer olivgrünen, schleimigen Sporenmasse bedeckt, die einen intensiven, aasartigen Geruch verströmt.

Standort und Verbreitung

Phallus impudicus wächst bevorzugt in nährstoffreichen Laub- und Mischwäldern, häufig in der Nähe von verrottendem Holz oder humusreichen Böden. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt auch in Teilen Nordamerikas und Asiens vor. In Deutschland zählt sie zu den häufigen Waldpilzen. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Juni bis Oktober.

Besonderheiten

Der intensive Aasgeruch des reifen Fruchtkörpers dient gezielt der Anlockung von Fliegen und anderen Insekten, die die Sporenmasse fressen und so zur Verbreitung der Sporen beitragen. Das noch unreife Hexenei gilt in manchen Regionen als essbar und wurde früher gelegentlich verspeist. Der reife Fruchtkörper ist wegen des Geruchs und der Schleimmasse ungenießbar, jedoch nicht stark giftig. Volkstümlich ist die Art auch als Gichtmorchel oder Eichelschwamm bekannt. Verwechslungen sind mit dem Stinkenden Dornling oder ähnlichen Phallus-Arten möglich, die jedoch in Mitteleuropa deutlich seltener auftreten.