Gemeiner Steinpilz oder Fichtensteinpilz (Boletus edulis)
Name
Gemeiner Steinpilz oder Fichtensteinpilz (Boletus edulis)
Familie
Boletaceae
Merkmale
Der Gemeine Steinpilz besitzt einen kräftigen, gedrungenen Fruchtkörper mit einem halbkugeligen bis kissenförmigen Hut, der Durchmesser von 5 bis 30 Zentimetern erreichen kann. Die Hutoberfläche ist glatt bis leicht klebrig und variiert in der Färbung von hellbraun über kastanienbraun bis hin zu dunkelbraun. Die Unterseite des Hutes ist mit einem feinen Röhrenschwamm bedeckt, der bei jungen Exemplaren weiß ist und sich mit zunehmendem Alter gelblich-grün verfärbt. Der Stiel ist bauchig-keulenförmig, weißlich bis hellbraun und zeigt ein charakteristisches helles Netzwerk auf der Oberfläche. Das Fleisch ist fest, weiß und verfärbt sich beim Anschneiden nicht. Es hat einen angenehm nussigen Geruch und milden Geschmack.
Standort und Verbreitung
Boletus edulis wächst bevorzugt in Nadel- und Mischwäldern, häufig in Gesellschaft von Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen, mit denen er eine Mykorrhiza-Symbiose eingeht. Die Art ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas verbreitet und kommt von der Ebene bis in subalpine Lagen vor. Bevorzugte Standorte sind saure, gut durchlüftete Böden mit Nadelstreu. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Juli bis November, wobei die Hauptsaison in den Monaten August bis Oktober liegt. Bei der Bestimmung empfiehlt es sich, die unmittelbar benachbarten Baumarten zu beachten, da verschiedene Varietäten bevorzugt mit bestimmten Baumpartnern vergesellschaftet sind.
Besonderheiten
Boletus edulis gilt als einer der begehrtesten Speisepilze Europas und ist roh, getrocknet oder verarbeitet verwendbar. Er lässt sich hervorragend trocknen, wobei sich das Aroma intensiviert. Es existieren mehrere Varietäten sowie ähnliche Röhrlinge, die zu Verwechslungen führen können, darunter der Gallenröhrling, der jedoch durch seinen bitteren Geschmack und das rötlich verfärbende Röhrenfleisch sicher unterschieden werden kann. Boletus edulis ist nicht gefährdet und in geeigneten Lebensräumen teils häufig anzutreffen. Das Sammeln ist in vielen Ländern für den Eigenbedarf erlaubt, jedoch gelten regional unterschiedliche Mengenregelungen.