Kegelkopfmoos (Conocephalum conicum)

Conocephalum conicum benötigt einen Lebensraum mit hoher Luftfeuchtigkeit

Name

Kegelkopfmoos (Conocephalum conicum)

Familie

Conocephalaceae

Merkmale

Das Kegelkopfmoos ist ein Lebermoos mit auffällig großen, flach ausgebreiteten Thalli, die eine dunkelgrüne, glänzende Oberfläche zeigen. Die Oberfläche ist deutlich in polygonale Felder gegliedert, die mit bloßem Auge erkennbar sind und dem Moos ein netzartiges Muster verleihen. In der Mitte der Felder befinden sich charakteristische Atemporen. Die Thalli können viele Zentimeter lang und bis etwa 1–2 cm breit werden und sind meist gabelig verzweigt. Charakteristisch sind die kegelförmigen, gestielten weiblichen Fruchtkörper, die dem Moos seinen deutschen Namen geben. Die Unterseite ist blasser und trägt Rhizoide zur Verankerung.

Standort und Verbreitung

Das Kegelkopfmoos bevorzugt dauerhaft feuchte, schattige Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit. Typische Lebensräume sind Bachufer, feuchte Felsen, Quellfluren und schattige Waldböden. Im Deister und Süntel bildet die Art an Bachläufen ausgedehnte, flächendeckende Bestände. Die Art ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in Nordamerika und Teilen Asiens vor. Sie gilt als Zeigerart für saubere Luft und ungestörte, feuchte Biotope. Die Sporophyten erscheinen überwiegend im Frühjahr, von März bis Mai, während die vegetativen Thalli ganzjährig zu beobachten sind.

Besonderheiten

Das Kegelkopfmoos gilt als Bioindikator für Umweltbelastungen, insbesondere für Schwermetallbelastungen. Es kann Schwermetalle aufnehmen und auf entsprechende Belastungen mit messbaren physiologischen und strukturellen Veränderungen reagieren. Sein Vorkommen weist daher nicht grundsätzlich auf saubere Luft oder ungestörte, wenig beeinträchtigte Standorte hin, da die Art auch an belasteten Standorten vorkommen kann. Die Art verbreitet sich sowohl über Sporen als auch vegetativ. Verwechslungen sind mit ähnlichen großen Lebermoosen möglich, jedoch ist das charakteristische Netzfeld-Muster der Thallusoberfläche ein wichtiges Erkennungsmerkmal. In der Forschung wird Conocephalum conicum unter anderem als Modellorganismus für Untersuchungen zu Umweltbelastungen und Schwermetallstress eingesetzt.