Schönes Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum)
Name
Schönes Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum)
Familie
Polytrichaceae
Merkmale
Das Schöne Frauenhaarmoos gehört zu den größeren einheimischen Laubmoosen und erreicht Wuchshöhen von bis zu 15 cm. Die aufrechten Stämmchen sind dicht mit lanzettlichen, abstehenden Blättern besetzt, die an den Rändern fein gezähnt sind. Die Blattoberfläche trägt charakteristische Längslamellen, die der Photosynthese dienen. Die Färbung ist kräftig grün, ältere Teile der Polster können bräunlich werden. Männliche Pflanzen bilden auffällige rosettenartige Antheridienstände, während die Sporenkapseln der weiblichen Pflanzen von einer pelzigen Haube bedeckt sind.
Standort und Verbreitung
Polytrichum formosum wächst bevorzugt in Nadel- und Mischwäldern auf leicht sauren, mäßig feuchten Böden. Die Art meidet Kalkstandorte und gedeiht besonders gut auf humosen, lockeren Waldböden sowie an Böschungen und in lichten Wäldern. Sie bildet oft ausgedehnte, dichte Polster. Die Art ist in Europa weit verbreitet und zählt zu den häufigsten Waldmoosen Mitteleuropas. Auch in Nordamerika und Teilen Asiens kommt sie vor. Die Sporenreife erfolgt meist von Frühjahr bis Frühsommer, etwa von März bis Juni.
Besonderheiten
Das Schöne Frauenhaarmoos gilt als anspruchslos und ist trotz des allgemeinen Rückgangs vieler Moosarten noch recht häufig anzutreffen. Es ist nicht gefährdet und wird auf der Roten Liste Deutschlands als ungefährdet eingestuft. Als Zeigerpflanze weist es auf saure, nährstoffarme Böden hin und ist damit ein wertvoller Indikator für den Waldbodenzustand. Verwechslungen sind möglich mit anderen Frauenhaarmoosen derselben Gattung, etwa dem Gemeinen Frauenhaarmoos oder dem Wacholder-Frauenhaarmoos, die sich jedoch in Blattform und Standortansprüchen unterscheiden. Eine gezielte Sammlung der Art für Dekorationszwecke ist nicht von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung.