Samthäubchen Conocybe spec.
Name
Conocybe spec.
Familie
Bolbitiaceae (Mistpilzverwandte)
Merkmale
Samthäubchen sind zierliche, meist kleinwüchsige Pilze mit kegelförmigen bis glockigen Hüten, die ihnen ein charakteristisches, elegantes Aussehen verleihen. Die Hutfarbe variiert je nach Art von ockergelb über hellbraun bis rostbraun. Die Oberfläche wirkt oft samtig bis feinkörnig, was der Gattung ihren deutschen Namen eingebracht hat. Die Lamellen sind anfangs hell, verfärben sich mit zunehmender Sporenreife jedoch rostbraun. Der Stiel ist dünn, zerbrechlich und meist heller als der Hut. Die einzelnen Arten der Gattung ähneln sich äußerlich stark und lassen sich makroskopisch kaum sicher voneinander unterscheiden – eine zuverlässige Bestimmung ist nur mithilfe des Mikroskops möglich.
Standort und Verbreitung
Samthäubchen besiedeln bevorzugt offene, nährstoffreiche Lebensräume wie Wiesen, Rasenflächen, Gärten und Misthaufen. Sie leben saprobiontisch, bauen also organisches Material ab und sind daher häufig auf humusreichen oder gedüngten Böden anzutreffen. Die Gattung ist weltweit verbreitet und in Europa weit vertreten. Erscheinungszeit ist von Frühjahr bis in den späten Herbst, wobei viele Arten ihren Fruchtkörperschwerpunkt in den Sommermonaten haben. Nach Regenfällen können die kurzlebigen Fruchtkörper innerhalb weniger Stunden erscheinen und wieder vergehen.
Besonderheiten
Innerhalb der Gattung Conocybe gibt es Arten, die gefährliche Giftstoffe enthalten. Besonders bedeutsam ist das Vorkommen von Amatoxinen bei einzelnen Vertretern, was die Gattung trotz ihrer unscheinbaren Erscheinung medizinisch relevant macht. Samthäubchen sollten daher niemals verzehrt werden. Aufgrund der starken äußerlichen Ähnlichkeit der Arten untereinander ist eine Verwechslungsgefahr auch mit giftigen Vertretern der Gattung gegeben. Für Speisezwecke sind Samthäubchen generell ungeeignet. Naturkundlich sind sie als Zersetzer organischer Substanz ökologisch wertvoll und tragen zur Nährstoffkreislauf in Wiesen- und Gartenökosystemen bei.