Austernseitling (Pleurotus ostreatus)
Name
Austernseitling (Pleurotus ostreatus)
Familie
Pleurotaceae
Merkmale
Der Austernseitling bildet muschelförmige, seitlich gestielte Fruchtkörper mit einem Hut, der je nach Temperatur und Lichtverhältnissen von dunkelgraubraun bis hellgrau oder cremeweiß gefärbt sein kann. Die Hutoberfläche ist glatt und leicht glänzend, der Rand anfangs eingerollt. Die Lamellen sind weiß bis cremefarbig, laufen weit am kurzen, exzentrischen Stiel herab. Das Fleisch ist fest, weiß und hat einen angenehm milden Geruch sowie einen zarten, pilzigen Geschmack. Die Fruchtkörper wachsen meist in dachziegelartig übereinander geschichteten Gruppen.
Standort und Verbreitung
Der Austernseitling wächst als Saprobiont und Schwächeparasit an totem oder geschwächtem Laubholz, bevorzugt an Buchen, seltener an anderen Laubhölzern wie Pappel, Weide oder Eiche. An Nadelhölzern tritt er nur ausnahmsweise auf. Die Art ist in Europa weit verbreitet und kommt in gemäßigten Zonen weltweit vor. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Oktober bis März, mit einem Schwerpunkt in den kühlen Herbst- und Wintermonaten. Die Fruchtkörperbildung wird durch niedrige Temperaturen begünstigt, wobei die optimale Temperatur je nach Stamm variieren kann. Die Fruchtkörper können auch bei Frostperioden auftreten und vorübergehend niedrige Temperaturen tolerieren.
Besonderheiten
Der Austernseitling ist ein ausgezeichneter Speisepilz und wird weltweit in großem Maßstab kultiviert. Er gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Zuchtpilzen überhaupt. Im Handel ist er häufig unter dem Namen Austernpilz oder Kalbfleischpilz erhältlich. Verwechslungen sind möglich mit dem Lungenseitling, einem ähnlichen, ebenfalls essbaren Seitling, der jedoch eher im Sommer und Herbst erscheint und hellere Farbtöne aufweist. Auch andere holzbewohnende Pilze können aufgrund ihrer Wuchsform mit Seitlingen verwechselt werden, weshalb für die Bestimmung stets mehrere Merkmale berücksichtigt werden sollten. Ökologisch spielt die Art eine wichtige Rolle beim Abbau von Totholz. In der Naturheilkunde wird dem Austernseitling zudem eine cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben, wobei entsprechende Wirkungen von Inhaltsstoffen weiterhin wissenschaftlich untersucht werden.