Anemonenbecherling (Dumontinia tuberosa)
Name
Anemonenbecherling (Dumontinia tuberosa)
Familie
Sclerotiniaceae
Merkmale
Der Anemonenbecherling bildet gestielte, becherförmige bis flach ausgebreitete Fruchtkörper, die einen Durchmesser von etwa einem bis vier Zentimetern erreichen. Die Oberseite der Scheibe ist glatt und braun bis dunkelbraun gefärbt, die Außenseite etwas heller und fein körnig. Der Stiel ist schlank, zylindrisch und deutlich ausgeprägt. Er entspringt einem unterirdischen Sklerotium, das fest mit dem Rhizom des Wirtsorganismus verwachsen ist. Dieses harte, schwarze Dauergewebe ist ein charakteristisches Merkmal der Art und namensgebend für den Alternativnamen Sklerotienbecherling.
Standort und Verbreitung
Der Anemonenbecherling wächst parasitisch an den Rhizomen von Windröschen, vor allem am Buschwindröschen, und seltener an anderen Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae). Er ist in Laubwäldern und Parkanlagen anzutreffen, häufig dort, wo seine Wirtspflanzen in größeren Beständen vorkommen. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet und gilt als charakteristischer Frühjahrespilz. Die Erscheinungszeit liegt zwischen März und Mai, wobei der Pilz oft gemeinsam mit den blühenden Windröschen zu finden ist.
Besonderheiten
Der Anemonenbecherling ist ein obligater Parasit, der seinen Wirt dauerhaft schädigen kann. Er ist nicht essbar, gilt jedoch auch nicht als stark giftig. Verwechslungen sind mit anderen kleinen Becherpilzen möglich, die ebenfalls im Frühjahr in Laubwäldern erscheinen. Die enge Bindung an Windröschen und das charakteristische unterirdische Sklerotium machen die Art jedoch gut bestimmbar. Der Pilz ist in der Wissenschaft als Modellorganismus für parasitische Ascomyceten von Interesse. In der Roten Liste wird er regional als selten eingestuft, ist aber nicht bundesweit gefährdet.