Echter Ziest (Stachys officinalis)

Der Echte Ziest (Stachys officinalis) wächst auf trockenen Wiesen

Name

Echter Ziest (Stachys officinalis)

Familie

Lippenblütler (Lamiaceae)

Merkmale

Der Echte Ziest ist eine ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Der aufrechte, meist unverzweigte Stängel ist vierkantig und behaart, typisch für Lippenblütler. Die gegenständigen Blätter sind länglich-eiförmig, gekerbt und ebenfalls behaart. Die auffälligen Blüten sind purpurrot bis rotviolett und in dichten, ährenartigen Scheinquirlen am oberen Stängelende angeordnet. Die Einzelblüte zeigt den charakteristischen zweilippigen Bau der Familie mit einer dreilappigen Unterlippe.

Standort und Verbreitung

Der Echte Ziest wächst auf trockenen Wiesen, an Waldrändern und auf Brachland. Er bevorzugt nährstoff- und kalkarme Böden, verträgt jedoch auch mäßig frische Standorte. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, in Deutschland vor allem in Mittel- und Süddeutschland anzutreffen, in manchen Regionen jedoch rückläufig. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. Zur Bestäubung tragen Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen bei, auch Selbstbestäubung ist möglich.

Besonderheiten

Der Echte Ziest hat eine lange Tradition als Heilpflanze. Bereits im Mittelalter wurden Blätter und Blüten bei Nervosität, Erschöpfung und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Der Artname officinalis verweist auf diese medizinische Verwendung in Apotheken und Kräutergärten. Die Art gilt in einigen Bundesländern als gefährdet, da magere Wiesen durch Düngung und Nutzungsaufgabe zunehmend verschwinden. Verwechslungen sind mit dem Wald-Ziest oder anderen heimischen Ziest-Arten möglich, die jedoch meist andere Standortansprüche haben oder sich in Blattform und Behaarung unterscheiden.