Trompetenflechte (Cladonia fimbriata)
Name
Trompetenflechte (Cladonia fimbriata)
Familie
Cladoniaceae
Merkmale
Die Trompetenflechte ist eine Strauchflechte mit einem auffällig langen, schlanken Stiel, der in einen deutlich abgesetzten, pokalförmigen Becher übergeht. Diese trompetenähnliche Form gibt der Art ihren treffenden deutschen Namen. Die Oberfläche ist graugrün bis graubraun gefärbt und fein körnig-schuppig besetzt. Die Becher sind regelmäßig geformt und können an ihrem Rand kleine Zähnchen oder Ausläufer tragen. Im Vergleich zu anderen Cladonien wirkt die Trompetenflechte durch ihren langen Stiel besonders grazil und gut erkennbar.
Standort und Verbreitung
Die Trompetenflechte wächst bevorzugt auf sandigen, nährstoffarmen Böden sowie auf morschem Totholz. Sie benötigt lichtreiche, offene bis halbschattige Standorte und meidet dichte Beschattung. Typische Lebensräume sind Heiden, Kiefernwälder, Wegränder und Moorgebiete. In Deutschland ist die Art recht häufig und weit verbreitet, besonders in den Moorgebieten rund ums Steinhuder Meer kommt sie in größeren Beständen vor. Als Flechte ist sie ganzjährig zu beobachten, da sie weder Blüte- noch ausgeprägte Ruhephasen kennt.
Besonderheiten
Die Trompetenflechte gilt als Zeigerpflanze für nährstoffarme, saure Standorte und kann zur ökologischen Bewertung von Lebensräumen herangezogen werden. Verwechslungen sind mit anderen becherbildenden Cladonien möglich, etwa mit der Scharlachflechte oder ähnlichen Becherflechten. Die Trompetenflechte unterscheidet sich jedoch durch ihren besonders langen, deutlich vom Becher abgesetzten Stiel. Flechten allgemein sind Lebensgemeinschaften aus Pilzen und Algen und gelten als empfindliche Bioindikatoren für Luftqualität. Eine wirtschaftliche Nutzung der Trompetenflechte ist nicht bekannt, sie steht in Deutschland jedoch wie alle Flechten unter einem allgemeinen Schutz.