Ackersenf (Sinapis arvensis)

Als Schutz gegen Pflanzenfresser erzeugt die Pflanze Senföle

Name

Ackersenf (Sinapis arvensis)

Familie

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Merkmale

Der Ackersenf ist eine einjährige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 80 cm erreicht. Der aufrechte Stängel ist vor allem im unteren Bereich behaart und verzweigt sich im oberen Bereich. Die Blätter sind grob gezähnt bis gelappt, die unteren oft leierförmig fiederspaltig. Die leuchtend gelben, vierzähligen Blüten sind typisch für Kreuzblütler und erscheinen in lockeren Trauben. Die Schoten sind meist kahl oder kurz behaart und laufen in einen vergleichsweise kurzen, pfriemenförmigen Schnabel aus.

Standort und Verbreitung

Der Ackersenf besiedelt Äcker, Ödland, Wegränder und Ruderalflächen und gilt als klassisches Ackerunkraut. Er bevorzugt nährstoffreiche, lehmige bis sandige Böden in sonnigen Lagen. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt darüber hinaus in weiten Teilen Asiens sowie als Neophyt in Nordamerika und Australien vor. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober, wobei eine einzelne Pflanze mehrere hundert bis tausend Samen produzieren kann.

Besonderheiten

Als Abwehrstrategie gegen Pflanzenfresser bildet der Ackersenf Senföle (Glucosinolate), die bei Fraßschäden enzymatisch freigesetzt werden und für viele Tiere giftig oder abschreckend wirken. Spezialisierte Insekten wie die Raupen des Aurorafalters haben jedoch Gegenstrategien entwickelt und fressen gezielt an der Pflanze. Historisch wurde Ackersenf als Heilpflanze und zur Speiseölgewinnung genutzt. Als Ackerunkraut kann er in Getreidekulturen erhebliche Ertragseinbußen verursachen. Verwechslungen sind möglich mit dem Weißen Senf sowie dem Raps, der jedoch größere Wuchshöhen und bläulich bereifte Blätter aufweist.