Gewöhnlicher Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)
Name
Gewöhnlicher Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)
Familie
Polypodiaceae
Merkmale
Der Gewöhnliche Tüpfelfarn ist ein immergrüner Farn mit ledrigen, dunkelgrünen, einfach gefiederten Wedeln, die ganzjährig erhalten bleiben. Die Wedel werden meist 10 bis 40 cm lang und wachsen einzeln aus einem kriechenden, fleischigen Rhizom hervor. Die Fiedern sind länglich bis zungenförmig und ganzrandig oder leicht gekerbt. Charakteristisch sind die kreisförmigen Sori auf der Blattunterseite, die dem Farn seinen deutschen Namen geben: Sie wirken wie aufgedruckte Tüpfel und sind ohne schützendes Schleierchen (Indusium) ausgebildet. Die Sporenreife erstreckt sich von Juli bis Oktober.
Standort und Verbreitung
Der Gewöhnliche Tüpfelfarn wächst sowohl bodenlebend als auch epiphytisch – also auf anderen Pflanzen, Mauern, Felsen und Baumstämmen. Er bevorzugt schattige bis halbschattige, feuchte Standorte in Wäldern, an Bachufern und in Schluchten, kommt aber auch auf trockenen Mauerkronen vor. Die Art ist in weiten Teilen Europas, Nordafrikas und Asiens verbreitet und in Deutschland häufig anzutreffen. Erscheinungszeit: Der Farn ist ganzjährig präsent; die Sporenreife liegt zwischen Juli und Oktober.
Besonderheiten
Der Gewöhnliche Tüpfelfarn vermehrt sich sowohl vegetativ über seine kriechenden Rhizome als auch generativ über Sporen. Er gilt als anspruchslose und robuste Art, die selbst auf nährstoffarmen Substraten gedeiht. In der Volksmedizin wurde das Rhizom früher als Heilmittel gegen Husten und als mildes Abführmittel verwendet. Verwechslungen sind möglich mit dem Südlichen Tüpfelfarn und dem Mauerpolypodium, die ähnliche Wuchsformen zeigen, sich jedoch in Blattform und Verbreitung unterscheiden. Der Gewöhnliche Tüpfelfarn gilt in Deutschland als ungefährdet und ist in keiner Gefährdungskategorie der Roten Liste geführt.