Königsfarn (Osmunda regalis)
Name
Königsfarn (Osmunda regalis)
Familie
Osmundaceae
Merkmale
Der Königsfarn gehört zu den eindrucksvollsten heimischen Farnen und erreicht eine beachtliche Wuchshöhe von bis zu 1,80 Metern. Die großen, doppelt gefiederten Wedel sind hellgrün und entwickeln sich aus einer dichten, trichterförmigen Rosette. Im Frühjahr erscheinen die jungen Wedel mit einem charakteristischen rötlich-bronzefarbenen Ton, bevor sie sich zu kräftigem Grün entfalten. Besonders auffällig sind die fertilen Wedel, deren obere Abschnitte sich in braune, sporentragende Rispen umwandeln und dem Farn ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen.
Standort und Verbreitung
Der Königsfarn bevorzugt feuchte bis nasse, nährstoffarme Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit. Typische Lebensräume sind Bruch- und Moorwälder, Erlenbrüche, Bachufer sowie feuchte Waldränder. Die Art kommt in weiten Teilen Europas, Asiens, Afrikas und Amerikas vor, ist in Mitteleuropa jedoch selten geworden. In Deutschland findet man ihn vor allem in Norddeutschland und in Gebirgslagen mit entsprechenden Feuchtestandorten. Die neuen Wedel entfalten sich im Frühjahr ab April, die Sporenwedel reifen von Mai bis Juli, und die Pflanze bleibt bis in den Herbst hinein grün.
Besonderheiten
Der Königsfarn gilt aufgrund seiner sehr alten Entwicklungslinie als Relikt einer frühen Farnflora, ist jedoch nicht als seit dem Karbon unverändert bestehende Art anzusehen. In Deutschland gilt er als gefährdet und ist gesetzlich besonders geschützt. Er vermehrt sich über Sporen, die als chlorophyllhaltige Sporen nur eine vergleichsweise kurze Lebensdauer besitzen und unter geeigneten Bedingungen rasch keimen können. In der Volksmedizin wurden Wurzelstöcke früher als Heilmittel genutzt. Gelegentlich wird er mit anderen großwüchsigen Farnen verwechselt, ist aber durch seine fertilen, deutlich abgesetzten sporentragenden Abschnitte eindeutig zu unterscheiden. Als Gartenpflanze erfreut er sich zunehmender Beliebtheit an naturnahen Teich- und Bachläufen.