Tabakbrauner Borstenscheibling (Hymenochaete tabacina)
Name
Tabakbrauner Borstenscheibling (Hymenochaete tabacina)
Familie
Hymenochaetaceae
Merkmale
Der Tabakbraune Borstenscheibling bildet dünne, lederartige bis krustenartige Fruchtkörper, die sich flächig über das Substrat ausbreiten oder kleine, abstehende Hütchen mit umgebogenen Rändern ausbilden. Die Oberseite ist charakteristisch tabakbraun bis rostbraun gefärbt, die Unterseite zeigt eine glatte bis fein samtige, ockerbraune bis zimtfarbene Fruchtschicht. Die Konsistenz ist im feuchten Zustand biegsam und zäh, im trockenen Zustand hart und spröde. Mikroskopisch sind die namensgebenden Borsten (Setae) ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.
Standort und Verbreitung
Der Tabakbraune Borstenscheibling wächst ganzjährig an toten Ästen verschiedener Laubgehölze, bevorzugt an Hasel und Weide. Er besiedelt feuchte bis nasse Lebensräume wie Moorwälder, Bachufer und Feuchtgebiete, wo er auf liegendem oder noch hängendem Totholz anzutreffen ist. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet und gilt in geeigneten Biotopen als nicht selten. Da die Fruchtkörper ganzjährig auftreten, gibt es keine streng begrenzte Erscheinungszeit, jedoch sind frische Exemplare besonders häufig im Herbst und Winter zu beobachten.
Besonderheiten
Der Tabakbraune Borstenscheibling ist ökologisch als Saprobiont bedeutsam, da er am Abbau von Totholz beteiligt ist und damit zur Nährstoffkreislaufführung in Feuchtbiotopen beiträgt. Er verursacht eine Weißfäule im befallenen Holz. Die Art gilt als ungiftig, hat jedoch keinerlei Speisewert. Verwechslungen sind mit anderen Borstenscheiblingen und ähnlichen rindenartigen Pilzen möglich, die ebenfalls feuchte Standorte bevorzugen. Ein Nachweis gelang im Oktober 2012 im Wunstorfer Moor, einem typischen Moorwald-Lebensraum in der Region Hannover.