Gemeine Heideschnecke (Helicella itala)
Name
Gemeine Heideschnecke (Helicella itala)
Familie
Geomitridae
Körpergröße
Gehäusebreite bis 25 mm, Gehäusehöhe bis 12 mm
Merkmale
Die Gemeine Heideschnecke besitzt ein flach-kegelförmiges, genabeltes Gehäuse mit einem Durchmesser von bis zu 25 mm bei einer Höhe von nur 12 mm – das Gehäuse ist also deutlich breiter als hoch. Die Oberseite ist weißlich bis hellgrau gefärbt, oft mit einer oder mehreren bräunlichen Bändern, die jedoch stark variieren oder gänzlich fehlen können. Die Unterseite zeigt einen auffällig weiten und tiefen Nabel. Die Mündung ist oval bis leicht abgeflacht, der Mundsaum innen häufig rötlich-braun gesäumt. Die Schale wirkt dünnwandig, ist aber durch ihren Kalkgehalt vergleichsweise fest.
Lebensraum
Helicella itala besiedelt bevorzugt trockene, sonnig-exponierte Standorte auf kalkreichem Untergrund. Typische Lebensräume sind Trockenrasen, Magerwiesen, Steinbrüche, Bahndämme sowie Küsten- und Binnendünen. Die Art meidet feuchte und beschattete Bereiche konsequent. Als wärmeliebende Schnecke ist sie vor allem in den Sommermonaten aktiv, bei großer Hitze zieht sie sich tagsüber an Pflanzenstängel oder Steine zurück und verharrt dort in einer Trockenstarre. Aktiv ist sie hauptsächlich in den frühen Morgenstunden oder nach Regenfällen.
Besonderheiten
Die Gemeine Heideschnecke ernährt sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial und Moderstoffen und übernimmt damit eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf trockener Lebensräume. In der Roten Liste Niedersachsens wurde die Art mit RL2 (stark gefährdet) eingestuft, was den deutlichen Rückgang geeigneter Mager- und Trockenrasen durch Nutzungsintensivierung und Sukzession widerspiegelt. Verwechslungen sind vor allem mit der Verkannten Heideschnecke (Helicella neglecta) möglich, die ein ähnliches Gehäuse aufweist, jedoch in der Regel größer ist und einen engeren Nabel besitzt. Helicella itala gilt als Charakterart gut erhaltener Kalkmagerrasen und dient Naturschützern als Zeigerart für hochwertige Trockenlebensräume.