Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum)

Die Gehäuseoberfläche ist mit einer feinen Spiralskulptur bedeckt

Name

Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum)

Familie

Bradybaenidae (Strauchschnecken)

Körpergröße

Gehäusedurchmesser bis 23 mm

Merkmale

Die Genabelte Strauchschnecke besitzt ein gerundetes, leicht gedrückt-kugeliges Gehäuse mit einem charakteristischen, deutlich sichtbaren Nabel – daher der deutsche Name. Die Gehäusefärbung ist ausgesprochen variabel: Sie reicht von einfarbig hornfarben-gelblich über rötlich-braun bis hin zu Exemplaren mit einer auffälligen dunklen Binde entlang der Peripherie. Die Oberfläche des Gehäuses ist mit einer feinen Spiralskulptur versehen, die jedoch erst unter starker Vergrößerung erkennbar wird. Der Gehäusedurchmesser beträgt bis zu 23 mm. Die Mündung ist rundlich-oval, der Mundsaum innen leicht verdickt und weiß bis rötlich gefärbt.

Lebensraum

Die Genabelte Strauchschnecke bevorzugt feuchte bis frische Lebensräume. Sie besiedelt Waldränder, Hecken-Biotope sowie Ufer- und Auenbereiche entlang von Bächen und Flüssen. Auch in Gärten, Gebüschen und krautreichen Säumen ist sie anzutreffen. Die Art ist in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas verbreitet. Aktive Tiere sind vor allem in den Abend- und Nachtstunden sowie nach Regenfällen zu beobachten, bei trockener Witterung zieht sie sich in die Vegetation zurück. Aktiv ist die Art von Frühjahr bis Herbst, etwa von März/April bis Oktober.

Besonderheiten

Die Genabelte Strauchschnecke ist ein Hermaphrodit wie alle Landlungenschnecken und überträgt bei der Paarung Liebespfeile, um die Samenübertragung zu optimieren. Die ausgeprägte Variabilität der Gehäusefärbung und -zeichnung kann innerhalb einer einzigen Population auftreten, was die Bestimmung gelegentlich erschwert. Verwechslungen sind vor allem mit anderen mittelgroßen Schnirkelschnecken der Gattung Helicella oder Cepaea möglich, jedoch verrät der deutliche Nabel in Kombination mit der feinen Spiralskulptur die Art bei genauem Hinsehen. Die Genabelte Strauchschnecke gilt in Deutschland als ungefährdet und ist in geeigneten feuchten Biotopen teils häufig anzutreffen.