Gemeine Bernsteinschnecke (Succinea putris)

Succinea putris benötigt einen Lebensraum mit hoher Luftfeuchtigkeit

Name

Gemeine Bernsteinschnecke (Succinea putris)

Familie

Bernsteinschnecken (Succineidae)

Körpergröße

16–22 mm (Gehäuselänge)

Merkmale

Die Gemeine Bernsteinschnecke trägt ein dünnwandiges, eiförmig-längliches Gehäuse, das charakteristisch bernsteingelb bis gelblich-braun gefärbt ist und im Licht leicht durchscheinend wirkt. Das Gewinde ist kurz und spitz, die Mündung auffallend groß und weit – sie nimmt gut die Hälfte der Gehäuselänge ein. Die Oberfläche zeigt feine Anwachsstreifen. Der Weichkörper ist gräulich bis grünlich gefärbt. Aufgrund der sehr variablen Gehäuseform können selbst erfahrene Bestimmer die Art nicht sicher von verwandten Arten trennen.

Lebensraum

Succinea putris besiedelt feuchte bis nasse Lebensräume und ist typischerweise an Ufern von Seen, Teichen und langsam fließenden Gewässern anzutreffen. Auch Feuchtwiesen, Sümpfe, Röhrichte und Erlenbruchwälder gehören zu ihren bevorzugten Biotopen. Die Art hält sich häufig oberirdisch auf Pflanzen auf – etwa auf Schilf, Brennnesseln oder Seggen – und meidet vollständig trockene Standorte. Aktiv ist die Art vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit; sie kann das ganze Jahr über beobachtet werden, ist aber von Frühjahr bis Herbst (April bis Oktober) am aktivsten.

Besonderheiten

Eine sichere Artbestimmung ist bei Succinea putris nur durch anatomische Untersuchung des Genitalapparats möglich, da das Gehäuse zu variabel ist und starke Überschneidungen mit Arten der Gattung Oxyloma (z. B. Oxyloma elegans) aufweist. Besonders bemerkenswert ist, dass Bernsteinschnecken als Zwischenwirt des Saugwurms Leucochloridium paradoxum dienen können: Der Parasit manipuliert das Verhalten der Schnecke und macht deren Fühler durch bunte, pulsierende Sporozystenäste auffällig, um Vögel als Endwirt anzulocken. Die Art gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet und nicht gefährdet, reagiert jedoch empfindlich auf die Entwässerung von Feuchtlebensräumen.