Gemeine Schließmundschnecke (Balea biplicata)
Name
Gemeine Schließmundschnecke (Balea biplicata)
Familie
Schließmundschnecken (Clausiliidae)
Körpergröße
Bis zu 22 mm Länge
Merkmale
Die Gemeine Schließmundschnecke besitzt ein schlankes, spindelförmiges und linksgewundenes Gehäuse – ein charakteristisches Merkmal aller Clausiliidae. Die Schale ist bräunlich bis hornfarben und fein gerippt. Wie bei allen Schließmundschnecken befindet sich im Mündungsbereich ein komplexes Falten- und Lamellensystem, das für die Artbestimmung entscheidend ist. Das sogenannte Clausilium, ein bewegliches Plättchen, verschließt die Mündung bei Gefahr. Die Arten der Familie Clausiliidae sind sich äußerlich sehr ähnlich und lassen sich zuverlässig nur anhand der Merkmale im Mündungsbereich unterscheiden.
Lebensraum
Die Gemeine Schließmundschnecke bewohnt vor allem feuchte Laub- und Mischwälder sowie Bereiche in Gewässernähe. Sie hält sich bevorzugt in der Laubschicht, unter Totholz, an bemoosten Mauern und in Felsspalten auf, wo ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Aktiv ist sie vor allem in den Abend- und Nachtstunden sowie nach Regenfällen. Als Jahreszeit ist sie in den wärmeren Monaten von April bis Oktober am aktivsten zu beobachten, zieht sich bei Frost und Trockenheit in geschützte Verstecke zurück.
Besonderheiten
Die Gemeine Schließmundschnecke ernährt sich hauptsächlich von Algen, Pilzfäden und verrottendem Pflanzenmaterial. Wie viele Landlungenschnecken ist sie zwittrig und kann sich sowohl durch Kreuzung als auch gelegentlich parthenogenetisch fortpflanzen. Innerhalb der artenreichen Familie Clausiliidae besteht erhebliche Verwechslungsgefahr mit nah verwandten Arten wie Balea perversa oder verschiedenen Clausilia-Arten. Eine sichere Bestimmung erfordert daher stets eine genaue Untersuchung des Mündungsbereichs, idealerweise unter der Lupe. Die Art gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet und nicht gefährdet.