Erdläufer (Strigamia crassipes)

Erdläufer Strigamia crassipes

Name

Erdläufer (Strigamia crassipes)

Familie

Himantariidae

Körpergröße

30–50 mm

Merkmale

Strigamia crassipes ist ein schlanker, langgestreckter Hundertfüßer mit einer charakteristischen Körperform: Der Vorderkörper ist deutlich schmaler als der breitere Hinterkörper, was diese Art von ähnlichen Erdläufern unterscheidet. Die Fühlerglieder sind etwa so lang wie breit und damit kürzer als bei verwandten Arten. Die Grundfärbung ist gelblich bis hellbraun, typisch für grabende Bodentiere. Wie alle Vertreter der Geophilomorpha besitzt die Art zahlreiche Beinpaare – bei Strigamia crassipes sind es in der Regel 43 bis 53 Beinpaare, wobei die genaue Anzahl individuell variieren kann.

Lebensraum

Der Erdläufer Strigamia crassipes bewohnt verschiedene Landlebensräume, darunter Wälder, Wiesen und Heide-Biotope. Als ausgesprochenes Bodentier lebt er in der Streuschicht und dringt aktiv in tiefere Bodenschichten vor, wo er vorhandene Gänge anderer Tiere nutzt. Die Art ist ganzjährig im Boden aktiv, lässt sich aber besonders gut in den feuchteren Monaten des Frühjahrs und Herbstes nachweisen, wenn Bodenfeuchtigkeit und Temperaturen optimale Bedingungen bieten.

Besonderheiten

Strigamia crassipes ist ein aktiver Räuber, der sich von Regenwürmern, Springschwänzen und Insektenlarven ernährt. Zum Beutefang setzt er – wie alle Geophilomorpha – seine zu Giftklauen umgebildeten ersten Beinpaare (Schleppbeine) ein. Eine leicht zu verwechselnde Art ist Geophilus flavus, der sich jedoch durch längere Fühlerglieder und einen gleichmäßig breiten, weniger verjüngten Körperbau unterscheidet. Erdläufer insgesamt sind nützliche Regulatoren im Bodenökosystem und tragen zur Kontrolle von Kleinwirbellosen bei. Über die genaue Gefährdungssituation von Strigamia crassipes liegen für Mitteleuropa nur begrenzte Daten vor.