Weidenbusch-Blatteule (Ipimorpha retusa)

Weidenbusch-Blatteule Ipimorpha retusa

Name

Weidenbusch-Blatteule (Ipimorpha retusa)

Familie

Eulenfalter (Noctuidae)

Körpergröße

Spannweite 28–32 mm

Merkmale

Die Weidenbusch-Blatteule ist ein mittelgroßer Eulenfalter mit einer Flügelspannweite von 28 bis 32 mm. Die Vorderflügel zeigen eine charakteristisch graubraune bis ockerfarbene Grundfärbung mit typischen Eulenfalter-Zeichnungselementen wie Ring- und Nierenmakel sowie feinen Querlinien. Die Hinterflügel sind heller und einfarbiger. Der Körper ist kräftig gebaut und dicht beschuppt, wie für Noctuiden typisch.

Lebensraum

Die Art ist eng an feuchte bis nasse Lebensräume gebunden. Sie besiedelt Sumpf-Biotope, Bruchwälder sowie Ufer- und Gewässerrandbereiche, wo ihre Raupennahrungspflanzen – Weiden (Salix-Arten) und Pappeln (Populus-Arten) – in ausreichender Menge vorkommen. Die Imagines fliegen von Juli bis September und sind nachtaktiv; sie werden regelmäßig an Lichtquellen angelockt. Die Raupen leben im Frühjahr und ernähren sich vom Blattgewebe der genannten Laubgehölze.

Besonderheiten

Die Weidenbusch-Blatteule gilt als gefährdete Art: In der Roten Liste Niedersachsens wurde sie mit RL2 (stark gefährdet) eingestuft, was auf einen deutlichen Rückgang geeigneter Feuchtlebensräume hinweist. Hauptursache ist der anhaltende Verlust von Bruchwäldern, Auwäldern und naturnahen Gewässerufern durch Entwässerung und Flurbereinigung. Verwechslungen sind mit der nah verwandten Schwester-Art Ipimorpha subtusa möglich, die ebenfalls an Weiden und Pappeln lebt, jedoch in der Flügelzeichnung leicht abweicht. Für den Schutz der Art ist der Erhalt naturnaher, gehölzreicher Feuchtbiotope mit alten Weiden- und Pappelbeständen entscheidend.