Lehmwespen der Gattung Ancistrocerus

Die Wespen leben solitär und bauen ihre Nester in Hohlräume

Name

Ancistrocerus

Familie

Vespidae

Körpergröße

10–18 mm (je nach Art)

Merkmale

Die Arten der Gattung Ancistrocerus sind typische Faltenwespen mit schlankem, schwarz-gelb gezeichnetem Körper. Charakteristisch ist das erste Hinterleibssegment, das deutlich gestielt und am hinteren Ende abrupt verbreitert ist – ein wichtiges Merkmal zur Abgrenzung von anderen Wespengruppen. Die gelben Binden auf dem Hinterleib variieren je nach Art in Breite und Musterung, was eine sichere Artbestimmung allein anhand von Fotos oft unmöglich macht. Die Flügel werden in Ruhe längs gefaltet, wie für Faltenwespen typisch.

Lebensraum

Ancistrocerus-Arten besiedeln vielfältige Lebensräume, darunter Wälder, Waldränder, Gärten, Streuobstwiesen und strukturreiche Offenlandschaften. Sie bevorzugen Bereiche mit lehmigen oder sandigen Böden sowie vorhandenen Hohlräumen wie Totholz, Pflanzenstängel oder Mauerspalten. Das abgebildete Exemplar wurde im Mai 2013 im Gümmer Wald beobachtet. Die Flugzeit der meisten Arten erstreckt sich von April bis September, mit einem Schwerpunkt in den Sommermonaten.

Besonderheiten

Ancistrocerus-Wespen leben solitär, bilden jedoch in geeigneten Habitaten oft dichte Ansiedlungen mehrerer Individuen nebeneinander. Als Baumaterial für ihre Brutzellen nutzen sie Lehm oder Sand, weshalb sie volkstümlich auch als Lehmwespen bezeichnet werden. Die Weibchen legen in jede Brutzelle gelähmte Insektenlarven als Proviant für die Larven ab – häufig Schmetterlingsraupen, je nach Art aber auch andere Larven. Die Gattung umfasst in Mitteleuropa mehrere ähnliche Arten, die anhand verschiedener morphologischer Merkmale unterschieden werden können. Ancistrocerus-Wespen gelten als nützliche Nützlinge im Garten und sind für Menschen weitgehend harmlos.