Goldwespe Chrysis cf. gracillima
Name
Chrysis gracillima
Familie
Chrysididae (Goldwespen)
Körpergröße
ca. 5–8 mm Körperlänge
Merkmale
Goldwespen gehören zu den farbenprächtigsten Hautflüglern Mitteleuropas. Ihr Körper schimmert in leuchtendem Metallicglanz, meist in Kombinationen aus Gold, Grün, Blau und Kupfer. Chrysis gracillima ist eine der kleineren Vertreterinnen innerhalb der artenreichen Gattung und fällt durch ihren schlanken, gestreckten Körperbau auf – der Artname gracillima bedeutet im Lateinischen die Schlankste. Die Bestimmung anhand von Fotos ist schwierig, da viele Arten der Gattung einander sehr ähnlich sehen und eine sichere Zuordnung oft nur durch mikroskopische Untersuchung möglich ist.
Lebensraum
Goldwespen besiedeln bevorzugt warme, sonnenexponierte Lebensräume mit offenen Sandböden und spärlicher Vegetation, wie Sandgruben, Magerrasen, Dünen und Abbruchkanten. Genau solche Strukturen bietet der Fundort bei der Sandgrube in Poggenhagen in der Region Hannover. Dort wurde das abgebildete Exemplar im April 2012 beobachtet, was auf eine frühe Flugzeit im Frühjahr hindeutet. Generell sind Goldwespen von April bis August anzutreffen, je nach Art und Witterung.
Besonderheiten
Goldwespen sind Kleptoparasiten: Sie legen ihre Eier heimlich in die Nester anderer Hautflügler, meist solitärer Bienen oder Wespen, ein. Die Larven fressen dort die Vorräte oder die Wirtslarven. Um sich gegen den Stich der Wirtstiere zu schützen, können sich Goldwespen zu einer Kugel zusammenrollen – ihr Körper ist dafür besonders hart und gewölbt. Über die spezifischen Wirtsarten von Chrysis gracillima liegen kaum gesicherte Informationen vor. Die Bestimmung innerhalb der Gattung gilt als ausgesprochen schwierig und sollte stets als vorläufig betrachtet werden.