Gichtwespe Gasteruption assectator Artengruppe
Name
Gasteruption assectator
Familie
Gasteruptiidae
Körpergröße
7–12 mm (Körperlänge)
Merkmale
Gasteruption assectator ist eine schlanke, wespenartig gebaute Hautflüglerin mit auffällig langgestrecktem Hinterleib. Die Tiere sind überwiegend schwarz gefärbt, wobei die Beine teilweise rötlich-gelb aufgehellt sein können. Besonders markant ist der lange Legebohrer der Weibchen, der deutlich über das Hinterleibsende hinausragt und der Art ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht. Der Kopf ist groß und breit, die Fühler fadenförmig. Innerhalb der Artengruppe sind die Einzelarten morphologisch sehr ähnlich und oft nur durch genaue Untersuchung zu unterscheiden.
Lebensraum
Die Art besiedelt lichte Wälder, Waldränder, Wiesen und Gärten – überall dort, wo solitäre Wildbienen nisten und ausreichend Blütenangebot vorhanden ist. Offene, strukturreiche Landschaften mit altem Totholz oder sandigen Böden, in denen Solitärbienen ihre Nester anlegen, sind bevorzugte Habitate. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis September, mit einem Schwerpunkt in den Sommermonaten.
Besonderheiten
Gasteruption assectator gehört zu den Kleptoparasiten und Parasitoiden: Die Weibchen suchen gezielt die Nester solitärer Bienen auf, darunter Maskenbienen und Mauerbienen. Mit dem langen Legebohrer durchdringen sie den Nestverschluss und legen je ein Ei in die Brutkammer. Die geschlüpfte Larve tötet zunächst das Wirtsei und verzehrt anschließend den eingelagerten Pollen- und Nektarvorrat, bevor sie sich verpuppt. Dieses Verhalten macht die Art zu einem indirekten Indikator für intakte Wildbienenpopulationen. Die Gasteruptiidae sind eine weltweit verbreitete, artenreiche Familie mit rund 500 bekannten Arten, von denen viele ähnliche Lebensweisen zeigen. Verwechslungen mit anderen schlanken Schlupfwespen sind möglich, der charakteristische Legebohrer der Weibchen hilft jedoch bei der Einordnung.