Schlupfwespen Unterfamilie Campopleginae

Schlupfwespen Unterfamilie Campopleginae

Name

Campopleginae

Familie

Ichneumonidae (Schlupfwespen)

Körpergröße

je nach Art 5–20 mm Körperlänge

Merkmale

Die Campopleginae sind eine artenreiche Unterfamilie der Schlupfwespen mit schlankem, je nach Gattung unterschiedlich geformtem Hinterleib. Die Färbung variiert je nach Art erheblich und reicht von einfarbig schwarz über braun-orange bis hin zu zweifarbig gemusterten Exemplaren. Männliche Tiere sind häufig etwas schlanker gebaut als Weibchen. Die Flügeladerung weist verschiedene für die Bestimmung wichtige Merkmale auf; eine geschlossene Areole kann vorhanden sein, fehlt aber bei manchen Arten. Eine sichere Bestimmung bis auf Artniveau ist anhand von Fotos kaum möglich und erfordert in der Regel eine mikroskopische Untersuchung morphologischer Merkmale.

Lebensraum

Campopleginae besiedeln ein breites Spektrum an Lebensräumen, darunter Laubwälder, Waldränder, Hecken und strukturreiche Offenlandschaften. Das abgebildete Exemplar wurde im April 2011 im Hohen Holz, einem Laubwaldgebiet in Sachsen-Anhalt, nachgewiesen. Adulte Tiere sind vor allem im Frühjahr und Sommer aktiv, wobei die Flugzeit je nach Art von März bis in den Herbst reichen kann.

Besonderheiten

Die Campopleginae sind überwiegend parasitoide Schlupfwespen: Die Weibchen legen ihre Eier in oder an Larven anderer Insekten, wobei vor allem Raupen von Schmetterlingen befallen werden. Je nach Art kommen jedoch auch Larven von Blattwespen, Käfern und weiteren Insekten als Wirte infrage. Die Larven der Schlupfwespen entwickeln sich dabei meist als Endoparasitoide im Inneren ihres Wirtes. Diese Lebensweise macht viele Campopleginae zu wichtigen natürlichen Gegenspielern von Pflanzenfressern und damit zu bedeutenden Bestandteilen von Ökosystemen und teilweise auch zu wichtigen Nützlingen in der biologischen Schädlingsbekämpfung. Die Unterfamilie umfasst weltweit mehr als 2.000 Arten in zahlreichen Gattungen, die sich äußerlich teilweise stark ähneln, weshalb eine zuverlässige Bestimmung selbst für Fachleute eine große Herausforderung darstellen kann.