Sichelwanze Nabis rugosus / Nabis brevis

Sichelwanze Nabis rugosus oder brevis

Name

Nabis rugosus / Nabis brevis

Familie

Nabidae (Sichelwanzen)

Körpergröße

6–8 mm

Merkmale

Die Sichelwanzen der Gattung Nabis sind schlanke, langgestreckte Tiere mit auffällig gebauten Vorderbeinen, die zum Greifen von Beutetieren genutzt werden. Nabis rugosus ist meist gelb- bis rotbraun gefärbt und besitzt dunklere Zeichnungselemente auf dem Halsschild und dem Hinterleib. Bei Nabis rugosus sind die Vorderflügel meist verkürzt (brachypter) und reichen bis zum Hinterleibsende oder bleiben etwas davor zurück; vollständig geflügelte (makroptere) Tiere sind deutlich seltener. Die Körperoberfläche wirkt fein strukturiert und leicht runzelig, was dem Artnamen rugosus – lateinisch für rau oder runzelig – entspricht. Die Unterscheidung von Nabis rugosus und Nabis brevis sowie weiteren ähnlichen Arten ist äußerlich schwierig.

Lebensraum

Die Art lebt bodennah oder in der niederen Vegetation, bevorzugt auf Wiesen, an Wegrändern, in Heiden und lichten Wäldern sowie an Waldrändern. Sie ist in weiten Teilen Europas verbreitet und in Mitteleuropa häufig anzutreffen. Erwachsene Tiere sind von Frühjahr bis Herbst aktiv, mit einem Schwerpunkt der Imaginalphase von Mai bis Oktober. Die Art überwintert als Imago in der Bodenstreu, in trockenen Grasbüscheln, unter Moos oder an ähnlichen geschützten Stellen.

Besonderheiten

Sichelwanzen sind aktive Räuber und ernähren sich von kleinen Gliederfüßern wie Blattläusen, Springschwänzen und anderen Kleininsekten, die sie mit ihrem Stechrüssel aussaugen. Damit gelten sie als nützliche Regulatoren in Wiesen- und Ackerökosystemen. Eine sichere Artbestimmung innerhalb der artenreichen Gattung Nabis ist nur durch eine mikroskopische Genitaluntersuchung der Männchen möglich – Weibchen lassen sich selbst von Spezialisten kaum eindeutig zuordnen. Nabis rugosus kann leicht mit der sehr ähnlichen Art Nabis brevis verwechselt werden, da beide Arten in Färbung und Körperbau nahezu identisch erscheinen. Die Gattung umfasst in Mitteleuropa mehrere schwer trennbare Arten.