Fruchtschalenwickler (Adoxophyes orana)
Name
Fruchtschalenwickler (Adoxophyes orana)
Familie
Tortricidae (Wickler)
Körpergröße
Flügelspannweite 17–22 mm
Merkmale
Der Fruchtschalenwickler ist ein mittelgroßer Wicklerfalter mit einer Flügelspannweite von 17 bis 22 mm. Die Vorderflügel zeigen ein charakteristisches ockergelbliches bis hellbraunes Grundmuster mit unregelmäßigen, dunkelbraunen Querbinden und Flecken, die ein typisches Wickler-Zeichnungsmuster ergeben. Die Hinterflügel sind einfarbig graubraun. Die Raupen sind grünlich gefärbt mit hellem Kopf und erreichen eine Länge von etwa 18 bis 20 mm. Wie bei vielen Wicklerarten ist der Körperbau der Imagines kompakt, mit flach anliegenden Flügeln in Ruhestellung.
Lebensraum
Der Fruchtschalenwickler besiedelt Gärten, Streuobstwiesen und Parkanlagen, überall dort, wo Obstbäume wie Apfel, Birne oder Pflaume wachsen. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Die Imagines fliegen in zwei Generationen, wobei die erste Generation im Frühjahr und Frühsommer erscheint und die zweite Generation im Sommer folgt. Die überwinternden Jungraupen werden im Frühjahr wieder aktiv und entwickeln sich zur ersten Faltergeneration. Die Raupen der zweiten Generation beginnen ihre Entwicklung im Sommer und überwintern anschließend als junge Raupen in geschützten Verstecken, beispielsweise in Rindenritzen oder Gespinsten an der Wirtspflanze.
Besonderheiten
Der Fruchtschalenwickler ist auch unter dem Namen Apfelschalenwickler bekannt und gilt als bedeutender Obstschädling. Die Raupen fressen nicht nur Blätter und Blüten, sondern schaben auch die Oberfläche der Früchte an, was zu unverkäuflichen Narben führt und wirtschaftliche Schäden im Erwerbsobstbau verursacht. Zur Bekämpfung werden unter anderem Pheromonfallen eingesetzt, um die Flugaktivität der Männchen zu überwachen und den optimalen Behandlungszeitpunkt zu bestimmen. Auch der Einsatz von Granuloseviren gilt als biologische Bekämpfungsmethode. Verwechslungen sind mit ähnlichen Wicklerarten möglich, weshalb eine genaue Bestimmung oft eine Genitaluntersuchung erfordert.