Bekreuzter Traubenwickler (Lobesia botrana)

Bekreuzter Traubenwickler Lobesia botrana

Name

Bekreuzter Traubenwickler (Lobesia botrana)

Familie

Tortricidae (Wickler)

Körpergröße

Flügelspannweite 11–14 mm

Merkmale

Der Bekreuzte Traubenwickler ist ein kleiner Falter mit einer Flügelspannweite von 11 bis 14 mm. Die Vorderflügel zeigen ein charakteristisches, kontrastreiche Muster aus ockerfarbenen, graubraunen und weißlichen Flecken und Bändern, das dem Tier seinen deutschen Namen verleiht – das Muster erinnert an ein Kreuz. Die Hinterflügel sind einfarbig graubraun. Die Raupen sind gelblich-grün bis bräunlich gefärbt und besitzen einen deutlich abgesetzten, dunkleren Kopf.

Lebensraum

Der Bekreuzte Traubenwickler besiedelt vor allem Weinanbaugebiete, kommt aber auch im Siedlungsbereich sowie in Lebensräumen vor, in denen seine Raupen-Nahrungspflanzen wachsen. Die Raupen entwickeln sich an der Weinrebe (Vitis vinifera) und der Gewöhnlichen Waldrebe (Clematis vitalba); möglicherweise werden noch weitere Pflanzenarten genutzt. Die Art ist in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet und bevorzugt wärmebegünstigte Lagen. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis August, wobei die Art in der Regel zwei bis drei Generationen pro Jahr ausbildet.

Besonderheiten

Lobesia botrana gilt als einer der bedeutendsten Schädlinge im Weinbau weltweit. Die Raupen der ersten Generation fressen an Blütenständen, spätere Generationen befallen die Beeren direkt und begünstigen dadurch den Befall mit Grauschimmel (Botrytis cinerea), was zu erheblichen Ernteverlusten führen kann. Die Art wird daher in Weinbauregionen intensiv überwacht und bekämpft, unter anderem mit Pheromonfallen und biologischen Verfahren. In einigen Regionen außerhalb Europas, etwa in Chile und Nordafrika, gilt der Bekreuzte Traubenwickler als eingeschleppter Quarantäneschädling.