Mehlkäfer (Tenebrio molitor)
Name
Mehlkäfer (Tenebrio molitor)
Familie
Schwarzkäfer (Tenebrionidae)
Körpergröße
12–18 mm Körperlänge
Merkmale
Der Mehlkäfer ist ein mittelgroßer, schlanker Käfer mit einer Körperlänge von 12 bis 18 mm. Die Färbung der erwachsenen Tiere variiert zwischen tiefschwarz und dunkelrot, wobei frisch gehäutete Individuen zunächst heller rotbraun erscheinen und erst mit der Zeit nachdunkeln. Der Körper ist länglich-oval und leicht abgeflacht, was dem Käfer das Eindringen in enge Spalten und Ritzen erleichtert. Die Flügeldecken (Elytren) zeigen eine fein gestreifte Oberflächenstruktur. Die Larven, bekannt als Mehlwürmer, sind gelblich-braun, walzenförmig und können bis zu 30 mm Länge erreichen.
Lebensraum
Der Mehlkäfer besiedelt ursprünglich natürliche Lebensräume wie Totholzbereiche und Vogelnester, wo er unter Rinde oder in verrottendem organischen Material lebt. Weit häufiger jedoch tritt er als Kulturfolger in Erscheinung: Bäckereien, Getreidespeicher, Mühlen und Viehmastbetriebe bieten ihm ideale Bedingungen mit reichlichem Nahrungsangebot und gleichmäßig warmen Temperaturen. Die Art ist weltweit verbreitet und gilt als kosmopolitisch. Erwachsene Käfer sind von Mai bis September anzutreffen, wobei in beheizten Gebäuden eine ganzjährige Reproduktion möglich ist.
Besonderheiten
Der Mehlkäfer ist nachtaktiv und wird von künstlichem Licht angezogen, was seine Ausbreitung in menschlichen Siedlungen begünstigt. Die Larven ernähren sich vorwiegend von stärkehaltigen Stoffen wie Mehl und Getreideprodukten, während die Imagines zusätzlich andere Insekten und deren Larven fressen und damit omnivor sind. Wirtschaftlich bedeutsam ist die Massenproduktion der Mehlwürmer als Futtermittel für Vögel, Fische und Terrarientiere. Zunehmend werden Mehlwürmer auch als proteinreiche Nahrungsquelle für den menschlichen Verzehr diskutiert und in einigen Ländern bereits als Lebensmittel zugelassen. In Lagerbeständen kann der Mehlkäfer erhebliche Schäden anrichten und gilt daher als bedeutender Vorratsschädling.