Springkraut-Blattwespe (Siobla sturmii)

Springkraut-Blattwespe Siobla sturmii

Name

Springkraut-Blattwespe (Siobla sturmii)

Familie

Tenthredinidae (Echte Blattwespen)

Körpergröße

Körperlänge 9–12 mm

Merkmale

Siobla sturmii ist eine mittelgroße Blattwespe mit einer Körperlänge von 9 bis 12 mm. Die Tiere zeigen eine für Blattwespen typische gedrungene Gestalt mit breitem Hinterleib und kräftigen Beinen. Die Färbung ist überwiegend schwarz mit auffällig gelb-orangefarbenen Zeichnungselementen an Beinen, Thorax und Hinterleib. Die Flügel sind leicht gebräunt und irisierend. Die Larven ähneln äußerlich Schmetterlingsraupen, besitzen jedoch mehr Bauchbeinpaare und fressen offen auf dem Blattgewebe ihrer Wirtspflanze.

Lebensraum

Die Springkraut-Blattwespe ist eng an das Vorkommen des Echten Springkrauts (Impatiens noli-tangere) gebunden und besiedelt daher feuchte, schattige Waldstandorte wie Bachufer, Erlenbrüche und krautreiche Laubwälder. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in den höheren Lagen der Mittelgebirge, etwa im Harz, Schwarzwald, Deister oder Sauerland. Im Flachland tritt die Art deutlich seltener auf. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich hauptsächlich von Mai bis Juli, mit einem Aktivitätsgipfel im Juni.

Besonderheiten

Siobla sturmii gilt als oligophage Art mit einer engen Bindung an Springkraut-Arten als Larval-Wirtspflanzen. Die Larven fressen das Blattgewebe und können bei hoher Dichte zu einem deutlich sichtbaren Fraßbild führen. Neben dem Echten Springkraut (Impatiens noli-tangere) wurde die Art inzwischen auch am Kleinen Springkraut (Impatiens parviflora) nachgewiesen. Blattwespen durchlaufen im Gegensatz zu Schmetterlingen eine vollständige Metamorphose mit Ei, Larve, Puppe und Imago. Verwechslungen sind mit anderen Blattwespenarten der Gattung Siobla sowie ähnlich gefärbten Tenthrediniden möglich. Über den genauen Gefährdungsstatus der Art liegen regional unterschiedliche Einschätzungen vor; die Abhängigkeit von feuchten Lebensräumen mit Springkraut-Beständen macht sie anfällig für Habitatverluste durch Gewässerausbau und Entwässerung.