Gemeine Schnauzenschwebfliege (Rhingia campestris)

Schnauzenschwebfliege Rhingia campestris

Name

Gemeine Schnauzenschwebfliege (Rhingia campestris)

Familie

Schwebfliegen (Syrphidae)

Körpergröße

Körperlänge 8–11 mm

Merkmale

Die Gemeine Schnauzenschwebfliege ist durch ihr auffälligstes Merkmal sofort erkennbar: den rüsselartigen, nach vorn verlängerten Mundbereich, der ihr den Namen gibt. Der Hinterleib ist leuchtend orangebraun gefärbt, oft mit einer dunklen Mittellinie. Der Thorax ist dunkel metallisch grün bis schwarz glänzend. Die Augen sind bei Männchen wie bei vielen Schwebfliegen großflächig und stoßen oben zusammen, während sie bei Weibchen weiter auseinanderstehen. Die Flügel sind klar und leicht irisierend. Insgesamt wirkt die Art trotz ihrer Schwebfliegenzugehörigkeit weniger wespenartig als viele Verwandte.

Lebensraum

Rhingia campestris besiedelt ein breites Spektrum halboffener bis offener Landschaften: Wiesen, Felder, Waldränder und Säume. Da die Larven in Kuhdung leben, ist die Art besonders häufig in der Nähe von Viehweiden anzutreffen. Die Imagines besuchen blütenreiche Standorte und bevorzugen tiefblütige Pflanzen wie Springkraut, Distel und Oregano, die sie mit ihrem langen Rüssel besonders gut erreichen können. Die Flugzeit erstreckt sich von April bis September, mit einem Schwerpunkt in den Sommermonaten.

Besonderheiten

Der verlängerte Rüssel ist eine bemerkenswerte Anpassung: Er ermöglicht den Zugang zu Nektar in tief kelchförmigen Blüten, die für andere Schwebfliegen unzugänglich sind. Damit nimmt Rhingia campestris eine besondere ökologische Rolle als Bestäuber ein. Die Art gilt in Mitteleuropa als häufig und ungefährdet. Eine ähnliche, aber seltenere Verwechslungsart ist die Wald-Schnauzenschwebfliege, die eher in schattigen Waldlebensräumen vorkommt. Rhingia campestris ist auch unter dem Namen Feld-Schnabelschwebfliege bekannt, was ebenfalls auf den charakteristischen Schnabel hinweist.