Späte Gelbrand-Schwebfliege (Xanthogramma pedissequum)
Name
Späte Gelbrand-Schwebfliege (Xanthogramma pedissequum)
Familie
Schwebfliegen (Syrphidae)
Körpergröße
Körperlänge 10–15 mm
Merkmale
Die Späte Gelbrand-Schwebfliege ist eine mittelgroße Schwebfliege mit der für viele Syrphiden typischen schwarz-gelben Wespentracht. Der Hinterleib zeigt auffällige gelbe Querbinden auf schwarzem Grund, die eine Wespe oder Biene imitieren – ein klassisches Beispiel für Batessche Mimikry. Die Beine sind überwiegend gelb gefärbt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich vor allem durch den Augenabstand: Männchen haben wie bei vielen Schwebfliegen zusammenstoßende Augen (holoptin), Weibchen dagegen getrennte Augen (dichoptin).
Lebensraum
Die Art besiedelt strukturreiche, halboffene Landschaften wie Lichtungen, Waldränder und Gärten, wo blütenreiche Vegetation vorhanden ist. Erwachsene Tiere besuchen zur Nahrungsaufnahme verschiedene Blüten und sind von April bis August anzutreffen. Die Larven hingegen leben unterirdisch in Ameisennestern, bevorzugt von Lasius niger und Lasius flavus, die häufig in sonnigen, trockenen bis mäßig feuchten Böden vorkommen.
Besonderheiten
Die Larvalentwicklung der Späten Gelbrand-Schwebfliege ist außergewöhnlich: Die Larven leben als Myrmecophile in Ameisennestern und ernähren sich zoophag von Wurzelläusen, die von den Wirtsameisen gehütet und gepflegt werden. Wie die Larven die Abwehrreaktionen der Ameisen umgehen, ist noch nicht vollständig geklärt – vermutlich spielen chemische Mimikry oder mechanische Tarnung eine Rolle. Verwechslungen sind mit anderen Gelbrand-Schwebfliegen der Gattung Xanthogramma möglich, die ähnliche Zeichnungsmuster aufweisen. Die Art gilt in Mitteleuropa als nicht gefährdet, ist aber auf ein ausreichendes Angebot an Ameisennestern ihrer Wirtsarten angewiesen.