Langfühler-Dornschrecke (Tetrix tenuicornis)

Tetrix tenuicornis ist vor allen in den höheren Lagen der Mittelgebirge verbreitet

Name

Langfühler-Dornschrecke (Tetrix tenuicornis)

Familie

Tetrigidae (Dornschrecken)

Körpergröße

Körperlänge 8–12 mm

Merkmale

Die Langfühler-Dornschrecke ist eine kleine, gedrungen wirkende Heuschrecke aus der Familie der Dornschrecken. Charakteristisch ist das weit nach hinten verlängerte Pronotum, das die Hinterleibsspitze überragt und der Art ihr typisches Erscheinungsbild verleiht. Die Färbung ist variabel und reicht von graubraun über dunkelbraun bis hin zu fast schwarzen Exemplaren, oft mit feiner Musterung, die eine gute Tarnung auf Erde und Gestein ermöglicht. Das namensgebende Merkmal sind die im Vergleich zu verwandten Arten deutlich längeren Fühler, die mindestens so lang wie Femur und Pronotum zusammen sind. Die Hinterflügel überragen das Pronotum und erlauben der Art das Fliegen.

Lebensraum

Adulte Tiere sind von April bis Oktober anzutreffen. Die Langfühler-Dornschrecke besiedelt bevorzugt trockene bis mäßig feuchte Lebensräume wie Trockenrasen, Waldränder, Steinbrüche und Wiesenstandorte mit lückiger, niedriger Vegetation. Die Art ist vor allem in den höheren Lagen der Mittelgebirge verbreitet, im Flachland hingegen deutlich seltener. Sie bevorzugt besonnte, oft steinige oder sandige Flächen mit spärlichem Pflanzenbewuchs, da sie dort sowohl Nahrung als auch geeignete Versteckmöglichkeiten findet.

Besonderheiten

Die Langfühler-Dornschrecke gilt in Niedersachsen als gefährdet und wird in der Roten Liste mit RL 3 geführt. Hauptursachen für den Rückgang sind der Verlust geeigneter Magerrasen- und Trockenrasenbiotope durch Nutzungsintensivierung und Sukzession. Die Art ernährt sich überwiegend von Algen, Moosen und feinen Pflanzenteilen. Verwechslungen sind vor allem mit der Gemeinen Dornschrecke (Tetrix undulata) und der Säbel-Dornschrecke (Tetrix subulata) möglich, wobei die Fühlerlänge das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal darstellt. Überwinterung erfolgt als Larve oder Imago, weshalb die Art im Frühjahr besonders früh aktiv ist.