Buntbäuchiger Grashüpfer (Omocestus rufipes)
Name
Buntbäuchiger Grashüpfer (Omocestus rufipes)
Familie
Acrididae (Feldheuschrecken)
Körpergröße
Männchen 13–17 mm, Weibchen 17–22 mm
Merkmale
Der Buntbäuchige Grashüpfer ist ein mittelgroßer Feldheuschrecken mit einer für die Art typischen, auffälligen Bauchfärbung: Der Hinterleib der Männchen leuchtet an der Unterseite kräftig orange-rot bis rot, was der Art ihren deutschen Namen eingebracht hat. Die Oberseite ist meist braun bis graubraun mit dunklen Zeichnungsmustern, die eine gute Tarnung im Gras bieten. Ein besonders verlässliches Bestimmungsmerkmal sind die zweifarbigen Kiefertaster (Maxillarpalpen): Die ersten Glieder sind schwarz gefärbt, während die Spitze hell, meist weißlich abgesetzt ist. Die Hinterschienen sind häufig bläulich oder grünlich getönt. Weibchen sind insgesamt unauffälliger gefärbt als die Männchen.
Lebensraum
Der Buntbäuchige Grashüpfer besiedelt vor allem magere, extensiv genutzte Lebensräume mit lückiger Vegetation. Typische Biotope sind Heiden, Feuchtwiesen, Moore, Waldlichtungen und Magerrasen. Die Art bevorzugt Standorte mit einem Wechsel aus offenen Bodenstellen und niedrigwüchsiger Krautvegetation, die ausreichend Wärme speichern. Adulte Tiere sind von Mai bis November anzutreffen, wobei die Hauptaktivitätsphase in den Spätsommer und Frühherbst fällt.
Besonderheiten
Der Buntbäuchige Grashüpfer gilt in weiten Teilen Deutschlands als gefährdet. In der Roten Liste Niedersachsens wird die Art mit RL 2 (stark gefährdet) eingestuft, was auf den erheblichen Rückgang geeigneter Lebensräume durch Entwässerung, Nutzungsintensivierung und Sukzession zurückzuführen ist. Verwechslungen sind vor allem mit dem Bunten Grashüpfer (Omocestus viridulus) möglich, der jedoch keine zweifarbigen Kiefertaster aufweist und eine andere Bauchfärbung zeigt. Der Gesang des Buntbäuchigen Grashüpfers besteht aus kurzen, rhythmisch wiederholten Strophen, die an ein leises Schnarren erinnern. Schutz- und Pflegemaßnahmen wie extensive Beweidung und die Offenhaltung von Heideflächen sind entscheidend für den Erhalt der Art.