Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)
Name
Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)
Familie
Acrididae (Feldheuschrecken)
Körpergröße
Weibchen 18–28 mm, Männchen 14–22 mm Körperlänge
Merkmale
Die Blauflügelige Ödlandschrecke ist eine mittelgroße Feldheuschrecke mit ausgesprochen variabler Grundfärbung. Dank Homochromie passt sie ihre Körperfarbe stets dem jeweiligen Untergrund an – sie kann grau, braun, beige oder rötlich erscheinen. Dadurch ist sie im Sitzen nahezu unsichtbar. Das auffälligste Merkmal sind die blau-transparenten Hinterflügel mit einem dunklen Saum am Außenrand, die jedoch nur während des Fluges sichtbar werden. Die Vorderflügel tragen eine charakteristische dunkle Querbänderung. Die Hinterschenkel sind kräftig gebaut und innen blau gefärbt, was bei sitzenden Tieren gelegentlich zu erahnen ist.
Lebensraum
Die Art besiedelt offene, vegetationsarme und warme Biotope. Typische Lebensräume sind Trockenrasen, Sandgruben, Kiesgruben, Heideflächen, Dünen sowie Ruderalflächen mit lückiger Bodenbedeckung. Sie bevorzugt südexponierte, gut besonnte Flächen mit offenen Bodenstellen, da sie auf Wärme angewiesen ist. Adulte Tiere sind von Juli bis Oktober anzutreffen, mit einem Aktivitätsschwerpunkt in den Monaten August und September.
Besonderheiten
Beim Auffliegen zeigt die Blauflügelige Ödlandschrecke ihre leuchtend blauen Hinterflügel, was Fressfeinde verwirren kann – dieses Verhalten wird als Schreckfärbung oder Fluchttarnung gedeutet. Nach der Landung faltet sie die Flügel blitzschnell ein und wird durch ihre Tarnung sofort wieder unsichtbar. Die Art gilt in Deutschland als gefährdet und steht auf der Roten Liste, da geeignete Offenlandbiotope durch Sukzession und Nutzungsaufgabe zunehmend verschwinden. Verwechselt werden kann sie mit der Rotflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda germanica), die jedoch rote statt blaue Hinterflügel besitzt und noch seltener ist. Zur Kommunikation erzeugen Männchen ein leises Schwirren durch Reiben der Hinterschenkel.