Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus)
Name
Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus)
Familie
Acrididae (Feldheuschrecken)
Körpergröße
Männchen 13–17 mm, Weibchen 16–22 mm
Merkmale
Der Nachtigall-Grashüpfer ist eine mittelgroße Feldheuschrecke mit recht variabler Färbung, die von grün über braun bis rotbraun oder grau reicht. Charakteristisch sind die leicht gekielten Vorderflügel mit einer deutlichen Einschnürung am Vorderrand sowie die vollständig ausgebildeten Flügel, die bei den Männchen bis zur Hinterleibsspitze reichen. Die Hinterschenkel zeigen auf der Innenseite oft eine rötliche Färbung. Männchen sind schlanker und kleiner als Weibchen. Ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal ist der Gesang der Männchen: ein charakteristisches, schnarrendes Knistern in kurzen Strophen, das entfernt an den Gesang einer Nachtigall erinnert und der Art ihren deutschen Namen eingebracht hat.
Lebensraum
Der Nachtigall-Grashüpfer besiedelt eine Vielzahl offener und halboffener Lebensräume. Typische Biotope sind trockene bis mäßig feuchte Wiesen, Wegränder, Sandgruben, Halbtrockenrasen sowie lichte Brachflächen mit niedrigem bis mittelhohem Bewuchs. Die Art bevorzugt besonnte, warme Standorte und meidet dicht beschattete oder sehr nasse Bereiche. Adulte Tiere sind von Juni bis November anzutreffen, wobei der Hochsommer die Hauptaktivitätszeit darstellt. Die Art ist in weiten Teilen Mitteleuropas weit verbreitet und gilt als noch recht häufig.
Besonderheiten
Der Nachtigall-Grashüpfer gehört zur sogenannten Biguttulus-Gruppe, einer Artengruppe nah verwandter Chorthippus-Arten, deren Weibchen morphologisch kaum voneinander zu unterscheiden sind. Eine sichere Bestimmung gelingt bei Weibchen oft nur anhand des Gesangs des begleitenden Männchens oder durch aufwendige Untersuchung. Zu den häufigsten Verwechslungsarten zählen der Brauner Grashüpfer (Chorthippus brunneus) sowie der Verkannte Grashüpfer (Chorthippus mollis). Die Männchen hingegen lassen sich durch ihren arttypischen Gesang gut ansprechen. Der Nachtigall-Grashüpfer gilt in Deutschland derzeit als nicht gefährdet, kann jedoch durch Intensivierung der Landwirtschaft und den Verlust magerer, extensiv genutzter Offenlandflächen lokal unter Druck geraten.