Sumpfsichelwanze (Nabis limbatus)
Name
Sumpfsichelwanze (Nabis limbatus)
Familie
Nabidae (Sichelwanzen)
Körpergröße
7,2 bis 9,1 mm Körperlänge
Merkmale
Die Sumpfsichelwanze ist eine mittelgroße Raubwanze mit schlankem, länglich-ovalem Körperbau, wie er für die Familie der Nabidae typisch ist. Die Grundfärbung ist gelblich-braun bis strohfarben, oft mit dunklen Längsstreifen auf dem Pronotum und dem Halbdeckenbereich. Die Vorderbeine sind deutlich als Fangreifer ausgebildet, was die räuberische Lebensweise der Art unterstreicht. Auffälligstes Merkmal ist die in der Population dominierende brachyptere Form: Die Flügel sind stark verkürzt und reichen nicht bis zum Hinterleibsende, sodass die Tiere flugunfähig sind. Makroptere, also vollflügelige Individuen, treten nur sehr selten auf.
Lebensraum
Die Sumpfsichelwanze besiedelt feuchte bis nasse Lebensräume wie Feuchtwiesen, Röhrichte, Seggenriede sowie Ufer- und Ufersäumbereiche von Bächen, Flüssen und Stillgewässern. Auch auf feuchten Waldlichtungen ist die Art anzutreffen. Sie hält sich bevorzugt in der bodennahen, niederen Vegetation auf, wo eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Die Imagines sind von Juni bis Oktober aktiv und zu beobachten.
Besonderheiten
Als Raubwanze ernährt sich Nabis limbatus räuberisch von kleinen Insekten und anderen Gliedertieren, die sie mit ihren Fangbeinen ergreift und mit dem Rüssel aussaugt. Die ausgeprägte Vorliebe für brachyptere Formen ist ein Hinweis auf die Standorttreue der Art: Flugunfähige Individuen profitieren von einer stabilen, ressourcenreichen Feuchtbiotopstruktur. Da solche Lebensräume in Mitteleuropa durch Entwässerung, Intensivnutzung und Flussbegradigungen stark zurückgegangen sind, gilt die Sumpfsichelwanze als Zeigerart für intakte Feuchtgebiete. Verwechslungen sind mit anderen Nabis-Arten möglich, insbesondere mit der ähnlichen Nabis ferus, die jedoch trockenere Standorte bevorzugt und häufiger in makropterer Form auftritt.