Wiesenschmuckzikade (Evacanthus interruptus)
Name
Wiesenschmuckzikade (Evacanthus interruptus)
Familie
Cicadellidae (Zwergzikaden)
Körpergröße
Körperlänge 6,3 bis 7 mm
Merkmale
Die Wiesenschmuckzikade gehört zu den auffälligeren heimischen Zikaden. Die Grundfärbung der Flügeldecken ist gelb-orange bis ockergelb, durchzogen von markanten schwarzen Querbinden und Flecken, die dem Tier ein charakteristisches, unterbrochenes Bandmuster verleihen – worauf auch der Artname interruptus hinweist. Der Kopf und das Pronotum zeigen ebenfalls eine Kombination aus hellen und dunklen Zeichnungselementen. Die Hinterbeine sind kräftig und zum Springen ausgebildet, wie es für Zikaden typisch ist. Männchen und Weibchen ähneln sich in der Grundzeichnung, Weibchen sind in der Regel etwas kräftiger gebaut.
Lebensraum
Die Wiesenschmuckzikade besiedelt bevorzugt feuchte bis nasse Lebensräume wie Feuchtwiesen, Nasswiesen, Röhrichte und Bruchwälder. Entscheidend ist eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit im Mikrohabitat. Die Art ist in weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas verbreitet. Die Imagines sind von Juni bis Oktober anzutreffen, wobei der Hochsommer die Hauptaktivitätszeit darstellt.
Besonderheiten
Die Wiesenschmuckzikade ernährt sich polyphag von Pflanzensäften verschiedener Wirtspflanzen, darunter diverse Korbblütler sowie die Brennnessel. Sie bildet nur eine Generation pro Jahr, die Überwinterung erfolgt im Ei-Stadium. Die Eier werden in Pflanzenstängel abgelegt und überstehen dort den Winter, bevor im Frühjahr die Larven schlüpfen. Durch ihre enge Bindung an feuchte Biotope gilt die Art als Indikator für intakte Feuchtlebensräume. Da Feuchtwiesen und Bruchwälder in Mitteleuropa zunehmend unter Druck stehen, ist der Erhalt solcher Lebensräume auch für diese Zikadenart von Bedeutung. Verwechslungen sind möglich mit anderen gestreiften oder gebänderten Zikadenarten aus der Familie der Cicadellidae, weshalb eine genaue Betrachtung der Zeichnungsmuster zur sicheren Bestimmung ratsam ist.