Weichwanze Polymerus microphthalmus / Polymerus palustris

Polymerus microphthalmus oder palustris

Name

Polymerus microphthalmus / Polymerus palustris

Familie

Miridae (Weichwanzen)

Körpergröße

ca. 3,5–5 mm

Merkmale

Polymerus microphthalmus und Polymerus palustris sind typische Vertreter der artenreichen Weichwanzengattung Polymerus. Beide Arten sind schlank gebaut, überwiegend dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt und zeigen die für Miridae charakteristische weiche Körperstruktur ohne verhärtete Deckflügelbasis. Die Augen sind relativ klein, was besonders für P. microphthalmus namensgebend ist. Die beiden Arten ähneln sich morphologisch so stark, dass eine sichere Bestimmung im Feld kaum möglich ist und oft nur durch Genitaluntersuchung gelingt.

Lebensraum

Polymerus palustris ist in Niedersachsen und anderen norddeutschen Bundesländern verbreitet und bevorzugt feuchte Biotope wie Sümpfe, Nasswiesen, Moorränder und feuchte Hochstaudenfluren. Polymerus microphthalmus war ursprünglich eher in südlichen Bundesländern heimisch, breitet sich jedoch seit einigen Jahren zunehmend nach Norden aus. Beide Arten sind eng an Labkraut-Arten (Galium spp.) gebunden, die ihre primäre Wirtspflanze darstellen. Die Imagines sind typischerweise von Juni bis August anzutreffen.

Besonderheiten

Beide Arten gelten als oligophag und sind nahezu vollständig auf Galium-Arten als Nahrungsgrundlage spezialisiert. Die Gattung Polymerus umfasst mehrere sich sehr ähnliche Arten, was die Bestimmung selbst für Experten anspruchsvoll macht. Die zunehmende Nordausbreitung von P. microphthalmus wird im Kontext des Klimawandels diskutiert, da wärmeliebende Insektenarten in Mitteleuropa vielfach ihre Areale nach Norden verschieben. Verwechslungen sind nicht nur zwischen diesen beiden Arten, sondern auch mit weiteren Polymerus-Vertretern wie P. nigrita möglich. Aufgrund der schwierigen Bestimmbarkeit ist die genaue Verbreitung beider Arten in Deutschland noch nicht vollständig erfasst.