Vierfleck-Eichenwanze (Dryophilocoris flavoquadrimaculatus)
Name
Vierfleck-Eichenwanze (Dryophilocoris flavoquadrimaculatus)
Familie
Miridae (Weichwanzen)
Körpergröße
Körperlänge 6–6,6 mm
Merkmale
Die Vierfleck-Eichenwanze ist eine mittelgroße Weichwanze mit einer Körperlänge von 6 bis 6,6 mm. Ihr Name verrät bereits das auffälligste Merkmal: Auf dem ansonsten dunkel gefärbten Körper befinden sich vier markante, gelblich-orangefarbene Flecken auf dem Halbdeckenflügel (Hemelytra), die der Art ein unverwechselbares Aussehen verleihen. Der Körper ist überwiegend schwarz bis dunkelbraun gefärbt, das Pronotum und der Kopf sind ebenfalls dunkel. Die Beine sind hell mit dunklen Abschnitten. Wie bei allen Weichwanzen fehlen Ocellen, und der Körperbau ist länglich-oval.
Lebensraum
Die Vierfleck-Eichenwanze bewohnt Waldränder, lichte Laubwälder sowie alle Lebensräume, in denen Eichen (Quercus spp.) vorkommen. Sie ist eng an ihren Hauptwirt Eiche gebunden und lebt bevorzugt in den Kronen und am Rand von Eichenbeständen, wo sie auf Ästen und Zweigen anzutreffen ist. Die Imagines erscheinen von Mai bis Juni und sind in diesem Zeitraum auf der Suche nach Nahrung und Paarungspartnern aktiv.
Besonderheiten
Die Vierfleck-Eichenwanze ernährt sich auf zweierlei Weise: Einerseits besaugt sie Knospen und Reproduktionsorgane der Eiche, andererseits ist sie auch zoophag und erbeutet Blattläuse, Insekteneier, Larven sowie Schmetterlingsraupen. Diese Kombination aus pflanzlicher und tierischer Ernährung bezeichnet man als omnivore oder gemischte Ernährungsweise, die bei Weichwanzen nicht ungewöhnlich ist. Die Art gilt in Mitteleuropa als nicht gefährdet, ist jedoch aufgrund ihrer engen Bindung an Eichenvorkommen vom Erhalt naturnaher Eichenwälder und strukturreicher Waldränder abhängig. Verwechslungen sind denkbar mit anderen gefleckten Miriden, die ebenfalls an Eichen leben, jedoch ist das charakteristische Vierflekkenmuster in der Regel ein verlässliches Bestimmungsmerkmal.