Eichenlederzikade (Iassus lanio)

Eichenlederzikade Iassus lanio

Name

Eichenlederzikade (Iassus lanio)

Familie

Cicadellidae (Zwergzikaden)

Körpergröße

Körperlänge 6–8,2 mm

Merkmale

Die Eichenlederzikade gehört zu den mittelgroßen Zwergzikaden und zeigt eine für Zikaden typische länglich-keilförmige Körperform. Auffällig ist ihre ausgeprägte Färbungsvariabilität: Je nach genetischer Veranlagung oder Umgebung kann die Grundfarbe von hell gelblich-grün über bräunlich bis hin zu dunkel olivgrün reichen, oft mit feinen dunkleren Zeichnungsmustern auf dem Pronotum und den Deckflügeln. Die Deckflügel wirken ledrig und geben der Art ihren deutschen Namen. Männchen sind in der Regel etwas schlanker als die etwas kräftiger gebauten Weibchen.

Lebensraum

Die Eichenlederzikade ist eng an Eichen gebunden und besiedelt bevorzugt Waldränder, lichte Eichenwälder sowie Parkanlagen mit altem Eichenbestand. Auch Alleen, Streuobstwiesen mit Eichenbewuchs und Heckenstrukturen werden genutzt, sofern geeignete Wirtsgehölze vorhanden sind. Die Imagines sind von Juni bis Oktober aktiv und damit über einen verhältnismäßig langen Zeitraum im Jahr anzutreffen.

Besonderheiten

Als ausgesprochener Eichenspezialist ernährt sich Iassus lanio durch Saugen an den Blättern und jungen Trieben der Eiche. Die Weibchen legen ihre Eier gezielt an Knospen ab, die Larven durchlaufen fünf Entwicklungsstadien, bevor sie zum fertigen Insekt heranreifen. Diese Entwicklungsstrategie ist bei Zikaden weit verbreitet. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit anderen Baumzikaden der Gattung Iassus sowie weiteren Cicadelliden, die ähnliche Lebensräume besiedeln. Eine gezielte Bestimmung erfordert daher oft eine genaue Betrachtung unter Lupe oder Binokular. Über die Gefährdungssituation liegen regional unterschiedliche Einschätzungen vor; der Rückgang alter Eichenbestände kann sich negativ auf die Populationen auswirken.