Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus)
Name
Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus)
Familie
Hesperiidae (Dickkopffalter)
Körpergröße
Flügelspannweite 28–31 mm
Merkmale
Der Spiegelfleck-Dickkopffalter ist ein mittelgroßer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von 28 bis 31 mm. Die Oberseite der Flügel ist dunkelbraun bis schwarzbraun, beim Männchen mit einem kleinen orangen Fleck auf dem Vorderflügel. Besonders auffällig ist die Unterseite der Hinterflügel: Sie zeigt ein charakteristisches Muster aus großen, weißlich-gelben, silbrig glänzenden Flecken mit dunkler Umrandung – die sogenannten Spiegelflecken, die der Art ihren deutschen Namen geben. Der Körper ist kräftig gebaut, der Kopf im Verhältnis zur Körpergröße breit, was typisch für Dickkopffalter ist. Die Fühler enden in einem deutlichen Knopf mit feiner Spitze.
Lebensraum
Der Spiegelfleck-Dickkopffalter besiedelt vor allem feuchte bis nasse Lebensräume. Typische Biotope sind Waldlichtungen, Feuchtwiesen, Hochmoore und Moorränder sowie Übergangsmoore. Die Art ist eng an das Vorkommen ihrer Raupennahrungspflanzen gebunden, vor allem verschiedene Seggen- und Grasarten wie Pfeifengras. In Deutschland kommt die Art nur im Norden und Osten vor; ein bekanntes Vorkommen liegt in den Moorgebieten rund um das Steinhuder Meer, wo die Art noch recht häufig und weit verbreitet ist. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Juni bis Juli, wobei nur eine Generation pro Jahr ausgebildet wird.
Besonderheiten
Der Spiegelfleck-Dickkopffalter gilt in weiten Teilen Deutschlands als gefährdet, da seine feuchten Lebensräume durch Entwässerung, Torfabbau und intensive Landwirtschaft stark zurückgegangen sind. Die Raupen leben versteckt in zusammengesponnenen Blattröhren an Gräsern, vor allem an Pfeifengras, und überwintern als Larve. Verwechslungen mit anderen heimischen Dickkopffaltern sind aufgrund des markanten Spiegelfleckenmusters auf der Hinterflügelunterseite kaum möglich – dieses Merkmal ist unter den europäischen Hesperiiden einzigartig. Die Art ist in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestuft und profitiert von Schutzmaßnahmen wie der Wiedervernässung von Moorflächen und der Offenhaltung von Feuchtwiesen.