Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae)
Name
Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae)
Familie
Bläulinge (Lycaenidae)
Körpergröße
Spannweite 30–40 mm
Merkmale
Der Nierenfleck-Zipfelfalter gehört zu den mittelgroßen Zipfelfaltern mit einer Flügelspannweite von 30 bis 40 mm. Die Oberseite der Flügel ist dunkelbraun, beim Weibchen ziert ein auffälliger orangefarbener Nierenfleck die Vorderflügel – namensgebend für die Art. Das Männchen zeigt diesen Fleck nur angedeutet oder gar nicht. Die Unterseite beider Geschlechter ist warm orangebraun bis ockerfarben und trägt eine charakteristische weiße Linie, die von einem dunklen Streifen begleitet wird. Am Hinterflügel befinden sich feine Schwänzchen, typisch für Zipfelfalter. Die Augen sind weiß umrandet.
Lebensraum
Thecla betulae besiedelt strukturreiche Laubwälder, Hecken-Biotope sowie verwilderte Obstgärten – überall dort, wo geeignete Nahrungspflanzen der Raupen vorhanden sind. Besonders wichtig sind Schlehdorn-reiche Hecken und Gebüschsäume in wärmebegünstigten Lagen. Die Falter halten sich oft in der Kronenregion von Büschen und Bäumen auf und sind daher schwer zu beobachten. Die Flugzeit erstreckt sich von Juli bis Oktober, mit einem Schwerpunkt im August und September.
Besonderheiten
Die Raupen fressen bevorzugt an Rosengewächsen, insbesondere Schlehdorn und anderen Prunus-Arten. Die Eier werden einzeln an Zweigen abgelegt und überwintern – die Raupe schlüpft erst im Frühjahr. In der Roten Liste Niedersachsens wird die Art mit RL 3 (gefährdet) eingestuft, was auf einen Rückgang strukturreicher Heckenlandschaften hindeutet. Als Verwechslungsart kommt der Pflaumenzipfelfalter in Betracht, der ebenfalls an Prunus-Arten lebt, jedoch eine andere Flügelzeichnung aufweist. Das hier dokumentierte Exemplar wurde im August 2019 an der Sandgrube in Poggenhagen beobachtet.