Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris)

Boloria aquilonaris: Lebensräume und Raupen

Name

Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris)

Familie

Edelfalter (Nymphalidae)

Körpergröße

Spannweite 34–40 mm

Merkmale

Der Hochmoor-Perlmutterfalter zeigt auf der Oberseite eine leuchtend orangebraune Grundfärbung mit einem charakteristischen schwarzen Fleckenmuster, das für Perlmutterfalter typisch ist. Die Unterseite der Hinterflügel ist besonders auffällig: Sie trägt ein kontrastreiches Muster aus rötlichen, gelblichen und weißen Feldern sowie silbrig glänzenden Perlmutterflecken, die der gesamten Artengruppe ihren Namen geben. Im Vergleich zu ähnlichen Moorperlmutterfaltern wirkt die Zeichnung der Hinterflügelunterseite charakteristisch und ermöglicht eine sichere Bestimmung geübten Beobachtern.

Lebensraum

Der Hochmoor-Perlmutterfalter ist streng an intakte Hoch- und Zwischenmoore gebunden und gilt als ausgesprochener Moorspezialst. Entscheidend für das Vorkommen der Art ist das Vorhandensein der Gewöhnlichen Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), die als einzige Raupennahrungspflanze dient. Die Flugzeit erstreckt sich von Mitte Juni bis August, wobei die Art in der Regel nur eine Generation pro Jahr ausbildet.

Besonderheiten

Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an die Blattunterseiten der Moosbeere. Die geschlüpften Raupen überwintern bereits im ersten Larvenstadium und setzen ihre Entwicklung erst im folgenden Frühjahr fort. Die Verpuppung findet im Mai statt. Aufgrund seiner engen Bindung an naturnahe Moorlebensräume ist der Hochmoor-Perlmutterfalter in Mitteleuropa stark gefährdet und gilt in vielen Bundesländern als vom Aussterben bedroht. Hauptursachen sind Moorentwässerung, Torfabbau und die Verbuschung ehemals offener Moorflächen. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich daher auf die Renaturierung und den Erhalt von Hochmooren.