Kaisermantel (Argynnis paphia)
Name
Kaisermantel (Argynnis paphia)
Familie
Edelfalter (Nymphalidae)
Körpergröße
Spannweite 54–70 mm
Merkmale
Der Kaisermantel gehört zu den größten heimischen Perlmuttfaltern. Die Oberseite der Flügel ist leuchtend orange-braun mit einem charakteristischen schwarzen Punktmuster. Männchen tragen auf den Vorderflügeln auffällige schwarze Duftschuppenstreifen, die sogenannten Sexualflecken. Die Unterseite der Hinterflügel zeigt ein prächtiges grün-silbriges Perlmuttmuster, das der Art ihren Namen verleiht. Weibchen sind etwas matter gefärbt und existieren in einer seltenen grünlichen Farbvariante, der Form valesina.
Lebensraum
Der Kaisermantel ist ein typischer Waldschmetterling und bevorzugt lichte Laub- und Mischwälder. Er besiedelt Lichtungen, Waldwiesen und Waldränder, meidet aber offenes Gelände weitgehend. Die adulten Falter ernähren sich von Nektar und besuchen dabei bevorzugt Wasserdost, Brombeere, Linde, Greiskraut und Disteln. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis September, mit einem Hauptvorkommen im Hochsommer.
Besonderheiten
Die Raupen des Kaisermantels leben vor allem an Veilchenarten; sie schlüpfen im Spätsommer aus dem Ei und gehen sofort ohne vorherige Nahrungsaufnahme in die Winterruhe. Erst im darauffolgenden Frühjahr beginnen sie zu fressen und setzen ihre Entwicklung fort. Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und patrouillieren entlang von Waldwegen. Als Verwechslungsart kommt der Große Perlmuttfalter in Frage, der ebenfalls eine beachtliche Größe erreicht. Der Kaisermantel gilt in Deutschland als weit verbreitet, reagiert aber empfindlich auf den Verlust strukturreicher Waldlebensräume und den Rückgang von Veilchen im Unterwuchs.