Großer Schillerfalter (Apatura iris)
Name
Großer Schillerfalter (Apatura iris)
Familie
Edelfalter (Nymphalidae)
Körpergröße
Flügelspannweite 55–70 mm
Merkmale
Der Große Schillerfalter gehört zu den auffälligsten heimischen Tagfaltern. Die Flügel sind braun-schwarz gemustert und mit weißen Flecken und Bändern gezeichnet. Das namensgebende Merkmal zeigen ausschließlich die Männchen: Je nach Lichteinfall schimmern ihre Flügel in einem intensiven Blauviolett – ein optischer Effekt, der durch die Mikrostruktur der Flügelschuppen entsteht und als Irisieren bezeichnet wird. Weibchen sind größer, aber ohne diesen Schimmer. Auf der Flügelunterseite findet sich eine kontrastreiche Zeichnung in Braun-, Orange- und Weißtönen. Die Raupen sind grün gefärbt, besitzen zwei charakteristische Hörnchen am Kopf und sind dadurch gut getarnt.
Lebensraum
Der Große Schillerfalter bewohnt lichte Laub- und Mischwälder, bevorzugt Waldränder, Lichtungen und breite Waldwege mit angrenzendem Baumbestand. Entscheidend ist das Vorhandensein von Sal-Weide (Salix caprea) als Hauptfutterpflanze der Raupen, aber auch andere Weidenarten werden genutzt. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis August, wobei der Höhepunkt meist im Juli liegt. Männchen halten bevorzugt Reviere an exponierten Baumwipfeln und sind dort auf der Suche nach Weibchen anzutreffen.
Besonderheiten
Der Große Schillerfalter besucht keine Blüten, sondern ernährt sich von Exkrementen, Aas, Baumsäften und anderen organischen Substanzen. Mineralien nimmt er häufig an feuchten Bodenstellen oder auf Schotterwegen auf, ein Verhalten das als Puddling bekannt ist. Männchen sind deutlich häufiger zu beobachten als die scheuen Weibchen, die sich meist im Kronenbereich aufhalten. Eine mögliche Verwechslungsart ist der Kleine Schillerfalter, der jedoch kleiner ist und ein abweichendes Flügelmuster zeigt. In Deutschland gilt der Große Schillerfalter nach aktueller Einstufung als ungefährdet, auch wenn die Art regional unter Lebensraumverlust und Veränderungen in der Waldbewirtschaftung leiden kann.