Schlupfwespe Ichneumonidae

Schlupfwespe im Wunstorfer Moor

Name

Ichneumonidae

Familie

Ichneumonidae (Schlupfwespen)

Körpergröße

je nach Art 1–40 mm Körperlänge

Merkmale

Schlupfwespen sind eine äußerst artenreiche Gruppe parasitoider Hautflügler. Ihr Körperbau ist meist schlank und langgestreckt, mit deutlich abgesetztem Hinterleib und langen, fadenförmigen Antennen. Die Färbung variiert je nach Art erheblich: von einfarbig schwarz oder braun bis hin zu auffällig gelb, orange oder rot gemustert. Viele größere Arten besitzen einen gut sichtbaren Legebohrer, der bei Weibchen weit hinter dem Hinterleibsende herausragt und mitunter länger als der gesamte Körper sein kann. Die Flügel sind häufig leicht gebräunt oder durchscheinend, mit einem charakteristischen Adernmuster.

Lebensraum

Schlupfwespen besiedeln nahezu alle Lebensräume, in denen geeignete Wirtsinsekten vorkommen – von Wäldern und Waldrändern über Wiesen und Moore bis hin zu Gärten und Agrarflächen. Moore wie das Wunstorfer Moor in der Region Hannover bieten mit ihrem reichhaltigen Insektenleben gute Bedingungen. Die meisten Arten sind von April bis Oktober anzutreffen, mit einem Häufigkeitsgipfel im Frühsommer und Hochsommer; das vorliegende Exemplar wurde im Juli beobachtet.

Besonderheiten

Die Familie Ichneumonidae ist mit weltweit über 25.000 beschriebenen Arten eine der artenreichsten Tiergruppen überhaupt – die tatsächliche Artenzahl wird auf weit über 100.000 geschätzt. Alle Arten sind Parasitoide: Sie legen ihre Eier in oder an Wirtstiere, überwiegend Insektenlarven und Spinnen, von denen sich die Schlupfwespenlarven dann ernähren. Eine fotografische Bestimmung bis zur Art ist selbst für Fachleute häufig nicht möglich, da viele Arten einander zum Verwechseln ähneln und sichere Merkmale oft nur unter dem Mikroskop erkennbar sind. Schlupfwespen gelten als bedeutende natürliche Regulatoren von Schadinsektenpopulationen und spielen in Ökosystemen eine wichtige Rolle.