Stierkäfer (Typhaeus typhoeus)

Stierkäfer Typhaeus typhoeus

Name

Stierkäfer (Typhaeus typhoeus)

Familie

Geotrupidae (Mistkäfer)

Körpergröße

Körperlänge 15–22 mm

Merkmale

Der Stierkäfer ist ein kräftig gebauter, schwarz glänzender Käfer mit leicht blauem oder violettem Schimmer auf den Flügeldecken. Das auffälligste Merkmal sind die drei charakteristischen Hörner auf dem Halsschild der Männchen: zwei längere seitliche Hörner und ein kürzeres mittleres Horn – diese Bewaffnung gibt der Art ihren treffenden deutschen Namen. Weibchen besitzen statt der Hörner lediglich drei stumpfe Höcker. Die Oberfläche des Körpers ist fein punktiert, die Beine sind kräftig und zum Graben ausgebildet.

Lebensraum

Der Stierkäfer besiedelt sandige, offene bis halboffene Lebensräume wie Heiden, Kiefernwälder und sandige Waldränder. Er ist auf lockere, grabfähige Böden angewiesen, in die er seine langen Brutgänge anlegen kann. Die Art ist vor allem von Frühjahr bis Herbst aktiv, wobei die Hauptaktivität in den Monaten März bis Juni liegt. Ein männliches Exemplar wurde im Mai 2017 beim Wunstorfer Moor nachgewiesen.

Besonderheiten

Der Stierkäfer ernährt sich ausschließlich von Kot pflanzenfressender Säugetiere wie Rehen, Kaninchen und Schafen – er zählt damit zu den Koprophagen. Zur Brutpflege graben Männchen und Weibchen gemeinsam senkrechte Gänge von bis zu einem Meter Tiefe in den Boden, an deren Ende sich mehrere Brutkammern befinden. Jede Kammer wird mit einer Portion Kot als Nahrungsvorrat für die Larven befüllt. Diese aufwendige Brutfürsorge ist für Käfer ungewöhnlich und unterstreicht den ökologischen Wert der Art als Zersetzer. Der Stierkäfer gilt in Deutschland als selten und ist in vielen Regionen rückläufig, unter anderem wegen des Verlustes geeigneter Sandlebensräume und des Rückgangs extensiver Weidehaltung.