Kleiner Rehschröter (Platycerus caraboides)
Name
Kleiner Rehschröter (Platycerus caraboides)
Familie
Lucanidae (Schröter)
Körpergröße
10–14 mm
Merkmale
Der Kleine Rehschröter ist ein vergleichsweise unscheinbarer Vertreter der Hirschkäferverwandten. Die Imagines erreichen eine Körperlänge von 10 bis 14 mm und wirken damit deutlich zierlicher als der bekannte Hirschkäfer. Die Färbung ist meist schwarz bis blauschimmernd, mitunter mit leicht grünlichem oder bronzefarbenem Glanz auf den Flügeldecken. Die Mandibeln sind beim Kleinen Rehschröter vergleichsweise klein und weniger auffällig als bei anderen Schröterarten, was zur Verwechslungsgefahr mit nahverwandten Arten beiträgt.
Lebensraum
Der Kleine Rehschröter besiedelt Laubwälder, Lichtungen und Waldränder, wo geeignetes Totholz vorhanden ist. Die Larven entwickeln sich in Laubbaum-Totholz, bevorzugt in morschen Stämmen und starken Ästen verschiedener Laubbaumarten wie Eiche oder Buche. Die Imagines ernähren sich von Blättern und Baumsäften. Die Flugzeit erstreckt sich von April bis Juni, wobei die Tiere vor allem in den Abendstunden aktiv sind.
Besonderheiten
Der Kleine Rehschröter kann leicht mit dem Großen Rehschröter (Platycerus caprea) verwechselt werden. Eine sichere Unterscheidung gelingt durch die Form der Mandibeln. Platycerus caprea ist zudem deutlich seltener und bevorzugt höhere Lagen im Gebirge, während Platycerus caraboides häufiger in tieferen Lagen anzutreffen ist. Als xylobionte Art ist der Kleine Rehschröter auf das Vorhandensein von Totholz angewiesen und gilt damit als wichtiger Indikator für naturnahe, strukturreiche Wälder. In intensiv bewirtschafteten Wäldern mit geringem Totholzanteil kann die Art entsprechend selten werden.