Großer Breitrüssler (Platyrhinus resinosus)

Der Große Breitrüssler lebt in naturnahen Laubwäldern

Name

Großer Breitrüssler (Platyrhinus resinosus)

Familie

Anthribidae (Breitrüsselkäfer)

Körpergröße

8–15 mm Körperlänge

Merkmale

Der Große Breitrüssler ist ein auffälliger Rüsselkäfer mit einem charakteristisch breiten, abgeflachten Rüssel, der der gesamten Familie ihren Namen gibt. Die Oberseite ist braun bis graubraun gefärbt und zeigt ein unregelmäßiges Muster aus hellen und dunklen Schuppenflecken, das einer Baumrinde täuschend ähnlich sieht. Die Fühler sind lang und kräftig ausgebildet. Mit 8 bis 15 mm Körperlänge gehört die Art zu den größeren heimischen Vertretern ihrer Familie.

Lebensraum

Der Große Breitrüssler besiedelt naturnahe Laubwälder, Hecken-Biotope und Parkanlagen. Die Art ist eng an verpilztes Laubbaum-Totholz gebunden und dort vor allem an weißfaulem Holz der Rotbuche anzutreffen. Gelegentlich werden auch andere Laubhölzer wie Birke, Esche oder Erle genutzt. Die Imagines sind überwiegend von Mai bis August aktiv und halten sich dabei bevorzugt an morschem Holz oder unter abstehender Rinde auf.

Besonderheiten

Die Larven des Großen Breitrüsslers entwickeln sich ausschließlich in weißfaulem Holz, wobei Weißfäule durch bestimmte Pilzarten verursacht wird, die Lignin abbauen. Diese enge Bindung an Totholz macht die Art zu einem wichtigen Indikator für strukturreiche, naturnahe Wälder mit ausreichendem Totholzangebot. Wie viele totholzbewohnende Käferarten gilt Platyrhinus resinosus als Zeiger für ökologisch wertvolle Waldstandorte. Durch die Intensivierung der Forstwirtschaft und den Mangel an stehendem und liegendem Totholz ist die Art in vielen Regionen Mitteleuropas selten geworden. Aufgrund seiner Rindenoptik ist der Große Breitrüssler am Holz sehr gut getarnt und daher leicht zu übersehen.