Kuckucksrüssler (Coccygorhynchites sericeus)
Name
Kuckucksrüssler (Coccygorhynchites sericeus)
Familie
Attelabidae (Blattrollerrüssler)
Körpergröße
Körperlänge ca. 6 mm
Merkmale
Der Kuckucksrüssler ist ein kleiner Rüsselkäfer mit dem für Attelabiden typischen, deutlich abgesetzten und verlängerten Rüssel. Die Oberseite der Flügeldecken wirkt seidig schimmernd, was sich im Artbeinamen sericeus (lateinisch: seidig) widerspiegelt. Der Körper ist kompakt gebaut, die Flügeldecken bedecken das Hinterleibsende vollständig. Wie bei anderen Attelabiden sind die Beine kräftig und gut zum Festhalten an Blättern geeignet.
Lebensraum
Die Art ist an Eichen gebunden und besiedelt entsprechend Lebensräume mit Eichenbewuchs, also Eichenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder sowie lichte Eichenbestände und Waldränder. Die Imagines sind von Mai bis Juli anzutreffen und damit saisonal eng mit der Aktivität ihres Wirtes, dem Eichenblattroller (Attelabus nitens), verzahnt.
Besonderheiten
Der Kuckucksrüssler verdankt seinen deutschen Namen einer bemerkenswerten Brutparasitenstrategie: Die Weibchen legen ihre Eier nicht in selbst gefertigte Blattwickel, sondern gezielt in die fertigen Wickel des Eichenblattrollers (Attelabus nitens). Die eigene Larve profitiert so vom Arbeitsaufwand des Wirtes, ohne dass das Weibchen selbst einen Wickel herstellen muss – ganz ähnlich wie der Kuckuck im Vogelnest. Die Larven ernähren sich vom aufgerollten Blattgewebe innerhalb des Wickels und überwintern darin. Die Verpuppung erfolgt erst im folgenden Frühjahr. Diese enge Abhängigkeit von einer einzigen Wirtsart macht den Kuckucksrüssler zu einem spezialisierten Begleiter des Eichenblattrollers und damit indirekt von intakten Eichenbeständen.