Gefleckter Brennnesselrüssler (Nedyus quadrimaculatus)
Name
Gefleckter Brennnesselrüssler (Nedyus quadrimaculatus)
Familie
Curculionidae (Rüsselkäfer)
Körpergröße
Körperlänge ca. 3 mm
Merkmale
Der Gefleckte Brennnesselrüssler ist ein kleiner, gedrungen wirkender Rüsselkäfer mit einer Körperlänge von etwa 3 mm. Wie für Curculionidae typisch, trägt er einen deutlich ausgeprägten, nach unten gebogenen Rüssel. Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwärzlich, das Tier ist dicht mit hellen, gräulichweißen Schuppen bedeckt. Namensgebend sind die vier charakteristischen dunklen Flecken auf den Flügeldecken, die ein markantes Muster bilden und die Art gut von ähnlichen Rüsselkäfern unterscheidbar machen. Die Oberfläche wirkt durch die Schuppenzeichnung leicht samtig.
Lebensraum
Der Gefleckte Brennnesselrüssler ist eng an die Große Brennnessel (Urtica dioica) gebunden und damit auf Lebensräume angewiesen, in denen diese Pflanze in ausreichender Dichte vorkommt. Typische Biotope sind nährstoffreiche Ruderalflächen, Wegränder, Gärten, Flussufer, Waldränder und Schuttplätze – überall dort, wo Brennnesselbestände gedeihen. Die adulten Käfer sind von April bis August anzutreffen, wobei die neue Generation nach der Verpuppung ab Juli erscheint.
Besonderheiten
Der Gefleckte Brennnesselrüssler ist ein ausgesprochener Nahrungsspezialist: Sowohl die Imagines als auch die Larven sind vollständig auf die Große Brennnessel angewiesen. Während die erwachsenen Käfer Blätter und Blüten der Wirtspflanze befressen, entwickeln sich die Larven endophag in den Wurzeln, wo sie sich auch verpuppen. Diese enge Bindung an eine einzige Pflanzenart bezeichnet man als Monophagie. Trotz seiner Spezialisierung gilt die Art in Mitteleuropa als weit verbreitet und häufig, da die Große Brennnessel selbst zu den verbreitetsten Pflanzen stickstoffreicher Standorte gehört. Als typisches Schutzverhalten zeigen Rüsselkäfer dieser Gruppe bei Störung häufig Thanatose, also das reflexartige Totstellen.